Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. 43 erlangt? Nicht durch zoologisches Forschen, da sie selbst Moses keine Kenntnisse dieser Art zugetraut haben, und die Göttlichkeit seiner Lehre aus der Gründlichkeit der Kennzeichen beweisen, durch welche er die unreinen Säugethiere von den reinen zu unterscheiden lehrt (Chullin 60 k); durch mündliche Ueberlieferung eben so wenig, da unter den aufgezahlten Vögeln, wie man weiß, außerdem Adler noch einer ist, der das vierte Kennzeichen hat und daher nicht aufgezählt zu werden brauchte, da er schon dnrch die mündliche Ueberlieferung für unrein erkannt wird. Thosaphot schöpft hieraus die Vermuthung, daß der Talmud seine Regeln nicht von Moses, sondern von Noah her habe, der beim Eintritte in die Arche wohl im Besitze der Kennzeichen gewesen sein müsse. Da indessen eine solche Tradition keinen religiösen Charakter hat, so hätte sie wohl durch regelmäßige zoologische Forschungen ersetzt werden können. 4) Erod. 16, 29 verbietet Moses den Israeliten, am Sabbathe ihren Ort zu verlassen, erklärt aber nicht, was er unter dem Worte O r t versteht, ob das Haus oder die Stadt oder die Umgebung der Stadt, und im letztem Falle, wie weit diese Umgebung reiche. Liest man den Vers in Verbindung mit dem ganzen Abschnitte, welcher die Erzählung von dem Mannabrode enthält, so kommt man natürlich auf den Gedanken, daß hier gar keine Vorschrift für ewige Zeiten gegeben werde, und daß Moses blos den Israeliten verbiete, am Sabbathe auszugehn, um das Manmbrod zu sammeln, welche Erklärung auch Ebn Esra giebt. Der Talmud (Erubin ü 1 a) sucht durch eine sehr weit geholte Anwendung der ihm eigenthümlichen hermeneutischen Regeln zu beweisen, daß