Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929028-2929824--0701-2929958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
42 II. Beiträge zur Beurteilung des Talmuds. lm 03 a über gewisse Fetttheile Streitigkeiten finden, ob sie verboten seien, oder nicht *) 3) Levit. 1t, 13 ff. wird verboten, das Fleisch unreiner Vögel zu essen, aber nicht, wie bei den Säugethieren und Fischen, Kennzeichen angegeben, durch welche man die unreinen Vögel von den reinen unterscheiden könnte. Der Talmud findet an den Vögeln, die ausdrücklich verboten werden, kein gemeinschaftliches Merkmal, das sie von den reinen Vögeln unterscheidet. Die meisten Merkmale dieser Art findet er an dem Avler, nämlich die vier folgenden: er hat am Fuße keinen Hinterfingcr, hat keinen Kropf, sein Magen läßt sich innerhalb nicht schälen und verzehrt seine Beute oder, nach der Meinung Raschi's, trägt sie davon, bevor er sie getödtet hat. Alle Vögel von den nicht aufgezählten, welche diese vier Kennzeichen nicht in sich vereinigen, erklärt der Talmud für rein (Chullin 61 a). Dessenungeachtet heißt es in der Mischnah, daß alle Vögel, an welchen man das vierte Kennzeichen wahrnimmt, unrein sind, welche Stelle nicht anders erklärt werden kann, als durch die Annahme, sie fei das Resultat einer Erfahrung, durch welche man wisse, daß das vierte Kennzeichen immer in Verbindung mit den Drei übrigen erscheint. Aber, fragt der Commcntar Thosaphoth, woher haben die Talmudisten diese Erfahrung *) Hieran knüpft sich nun die Untersuchung, ob über traditionelle Mitteilungen Streitigkeiten möglich sind, eine Frage, die Zuerst von Maimouides (in der Einleitung zum Mischnahcommentare) angeregt und entschieden verneint, von Tosaphoth (Erubin 21 Ii.) gelegentlich bejaht, von Jair Chajim Bacharach Ga. L92) weitläufig und gelehrt erörtert wird. G.