Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 18)
- Language
- German
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II. Beiträge zur Bemthcilrmg des Talmuds. 39 erhalten, oder sind sie mit der Zeit in Vergessenheit gekommen?!i) Haben sie sich durch das Volksleben oder durch eine besonders hiezu von Moses und auf Gottes Geheiß organisirte Behörde erhalten? e) Sind die mündlichen Erläuterungen, sowie die Gesetze selbst von Gott geoffenbart worden, oder hat sie Moses aus sich, vermöge der ihm verliehenen geistlichen Autorität, ertheilt? ä) Hat er, in dem letzten Falle, die mündlichen Erläuterungen in der Absicht gegeben, daß sie zu ewigen Zeiten als Gesetze gelten, oder ist es zu jeder Zeit erlaubt, den Ritualformen eine den Bedürfnissen und den Verhältnissen des Zeitalters entsprechende Gestaltung zu geben, was sich vielleicht gerade aus dem Umstande schließen läßt, daß die Gebote in so unbestimmten Ausdrükken abgefaßt sind? Alles hier Bemerkte läßt sich natürlich auch auf die andern undeutlichen Stellen des mosaischen Gesetzes am wenden. Was aber die Kalenverbestimmungen besonders betrifft, so ist die Behauptung, daß das Gebot ExoM 12, 2 ohne eine geoffenbarte Erläuterung nicht ausgeübt werden könne, um so uugegrüudeter, da die jetzc beiden Israeliten übliche Kalenderberechnung erst nach der Zerstörung des zweiten Tempels eingeführt wurde, eine Berechnung, welche wir nicht den Verfassern deS Talmuds, sondern den griechischen Astronomen Me ton und E erstem on zu verdanken haben, welche sie bei den vlumpischeu Spielen 344 v. Eh. bekannt machten. Die Tatmudistm sagen freilich, Laß durch die blvse Berechnung des Kalenders, ohne gleichzeitige Beobachtung des Mvm