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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 35

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
Date
1836-01-01
Page
Seite 35 (sequence 14)
Language
German
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n. Beiträge zur Beurcheilung des Talmuds. 35 Übung seine Entscheidungen selbst dann gelten lassen, wenn sie mit dem klaren Wortsinne des Pentateuchs in offenbarem Widerspruche stehen, während sie in der Interpretation der Bibel, wobei es auf das blose Verstehn des Textes ankommt, durchaus dem Lichte ihrer Vernunft folgen dürfen und durch die talmudischen Interpretationen ganz und gar nicht beschränkt sind. Diesem Grundsätze folgt auch Maimonives in seinem großen Werke More Nebuchim, wo er, nicht immer mit Wahrheit, aber gewiß immer mit aufrichtiger Wahrheitsliebe, den Pentateuch mit seinen philosophischen Ansichten in Einklang zu bringen sucht. Fanden sich daher in den mosaischen Büchern wirklich Widerspräche, welche durch das Verfahren und die Regeln einer natürlichen Exegese auf keine Weise ausgeglichen werden könnten, so ließe sich der göttliche Ursprung dieser Bücher nicht anders als durch die Annahme retten, daß die widersprechenden Stellen zwar uns unverständlich seien, aber doch uns unbekannte, etwa in Vergessenheit gekommene Bedeutungen haben, die wir aber vergeblich im Talmud suchen würden, der sich weder für einen Ausleger der h. S. nach dem Wortsinne ausgiebt, noch dafür gelten kann. Was aber die Ausübung widersprechend scheinender Vorschriften betrifft, so ist diese allerdings, so lange der Widerspruch nicht gelöst ist, unmöglich, da man doch zwei entgegengesetzte Handlungen nicht zugleich verrichten kann» Sie kann aber auch durch keine geoffenbarten oder der Ueberlieferung anvertrauten Satzungen möglich gemacht werden, es sei denn, daß diese Satzungen zugleich eine befriedigende Interpretation geben; denn, thun sie dies nicht, so vollziehen wir, 3 *

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