Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 10)
- Language
- German
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II. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. 31 aus euern Häusern, nach welcher letzteren Vorschrift die Wohnungen nicht volle sieben Tage frei von Sauerteig seyn würden. Der Talmud (Pesachim 4 d) nimmt an, das hebräische Wort, welches hier mit am ersten übersetzt wird, könne auch am vorangehenden heißen. (S. Thariag Verb. 76). 6) Zur Bestimmung des Zeitraumes zwischen dem Beginne der Gerstenernte und dem Wochenfeste heißt es Levit. 23, 16: bis zum Morgen nach dem siebenten Sabbathe sollet ihr fünfzig Tage zählen, und Deuter. 16, 9: Wenn die Sichel anfängt wider die stehende Saat, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen. Augenscheinlich wird hier ein Mal der 50te Tag eingeschloffen und ein Mal nicht. Da aber nach dem Talmud das Zählen selbst eine Ritualhandlung ist s (Thariag Geb. 200), so wäre doch hier ein Widerspruch, indem man nach der einen Stelle 50 Mal und nach der andern nur 49 Mal diese Ritualhandlung vorzunehmen hat. Der Talmud selbst spricht sich über diese Schwierigkeit gar nicht aus; aber spätere rabbinische Ausleger nehmen, ganz gegen den natürlichen Sinn, an, die Worte fünfzig Tage beziehen sich auf den darauffolgenden Satz: und ihr sollet ein neues Mehlopfer darbringen. 7) Bei den Vorschriften über das Pesachopfer heißt es Exod. 12, 5: von den Schaafen und von den Ziegen sollet ihr es nehmen, und Deuteron. 16, 2: Du sollst das Pesach opfern dem Herrn, deinem Gotte, Schaaf oder Rind. Dieser Widersprch könnte durch die Annahme gehoben