Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 9)
- Language
- German
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30 H. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. fäuertes dabei essen, und Deuteron. 16, 8: Sechs Tage iß Ungesäuertes und am siebenten Tage halte Festversammlung. Der Talmud (Menachoth 66 a) sucht diesen scheinbaren Widerspruch dadurch zu heben, daß er annimmt, der Beginn der Gerstenernte, welcher immer mit Feierlichkeiten vorgenommen wurde, uNd vor welchem der Genuß der neuen Frucht verboten war (Thariag, Verbote 142 ff.), habe immer am Abende zwischen dem ersten und dem zweiten Tage des Pesachfestes Statt gehabt; wenn es daher ein Mal heiße, man solle sieben Tage, und ein Mal, man solle sechs Tage Ungesäuertes essen, so sei damit gemeint, man könne sieben Tage Ungesäuertes von der alten Frucht, sechs Tage aber nur von der neuen Frucht essen, und diese Erklärung dient ihm mitunter zur Widerlegung der Saducäer, welche nach dem Wortsinne der Stelle Levit. 23, 15 behaupteten, der Beginn der Gerstenernte habe immer am Abende nach einem Sabbathe Statt gehabt (s. Thariag Geb. 35). Ebn Esra verwirft auch diese Erklärung des Talmuds, nimmt aber dafür an, was hier auch sehr natürlich scheint, daß in der Stelle Deuteron. 16, 8 der siebente Tag des Pesach, für welchen das Verbot des gesäuerten Brodes auch gilt, blos in Beziehung auf die an ihm zu haltende Festversammlung von den sechs vorangehenden Tagen getrennt werde. 5) Es heißt Exod. 12, 18: Sieben Tage soll kein Sauerteig in euer» Häusern gefunden werden; hingegen Erod. 12, 15: Sieben Tage sollet ihr Ungesäuertes essen, nur am ersten Tage sollet ihr den Sauerteig wegraumen