Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 5)
- Language
- German
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2(j II. Beiträge zur Bcurtheilung des Talmuds. Es ist in der That nicht zu verkennen, daß der Pentateuch wirklich unzählige Schwierigkeiten darbietet, welche die Benützung des Textes, solange er ohne alle Erläuterung bleibt, für die meisten Leser fast unmöglich machen. Am Meisten geeignet zu verwirren sind die scheinbaren Widersprüche, welche Moses Mekuzi in der Einleitung zu seiner Aufzählung der mosaischen Vorschriften mittheilt. Betrachten wir sowohl diese als mehre andre, nebst den Erklärungen, die der Talmud über sie gibt, etwas näher. Es ist Dies von großer Wichtigkeit, weil die Unverständlichkeit des Pentateuchs das Hauptargument ist, durch welches gewöhnlich die Unentbehrlichkeit einer besonder» geoffenbarten mündlichen Lehre bewiesen wird. 1) Man liest Exod. 12, 40: Die Wohnzeit der Söhne Israels aber, welche sie in Egypten gewohnt, war 430 Jahre. Nun hat aber Kehath, der mit Jakob nach Egypten gezogen ist, 133 Jahre gelebt, sein Sohn Amram 137 Jahre, und Moses, der Sohn Amrams, war 80 Jahre alt, als die Israeliten aus Egypten gingen; die Israeliten können also, selbst wenn man annimmt, daß Kehath gleich nach seiner Geburt nach Egypten gebracht wurde, daß er erst in seinem Sterbejahre Amram gezeugt — was nicht möglich ist, da er noch drei jüngere Söhne hatte —, und daß Amram erst in seinem Sterbejahre Moses gezeugt habe, nicht länger als 350 Jahre in Egypten geblieben sein. Diese Stelle scheint noch außerdem im Widerspruche zu stehen mit der Gen. 16, 13, wo Gott zu Abraham sagt, daß dessen Nachkommen 400 Jahre in fremdem Lande dienstbar sein würden. Um beide Widersprüche aufzulösen, nehmen die Midraschim z. St. (vgl. Talm. Megilr