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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
Date
1836-01-01
Page
Seite 25 (sequence 4)
Language
German
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n. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. 25 Texte des Pentateuchs nicht mit der Vorstellung übereinstimmt, die man sich von der prophetischen Inspiration >zu machen pflegt, steht so noch die Schwierigkeit entgegen, daß fast immer, wo Moses die an ihn gerichteten Offenbarungen wiederholte, starke Abweichungen in den Ausdrücken Vorkommen, was besonders bei den zwei Texten des Dekalogs im Exodus und im Deuteronomium sehr merklich der Fall ist. Der Talmud selbst scheint seiner Ansicht nicht immer ganz treu zu bleiben. Sehr häufig verändert er einzelne Buchstaben eines Wortes, um etwas daraus herleiten zu können, wobei er sich gewöhnlich der Formel bedient: lies nicht ..., sondern ... Solche Herleitungen werden indessen nur für Sätze moralischen (agadischen) Inhalts und nicht für gesetzkräftige (halachische) Bestimmungen gebraucht, und sind nur als Geistesspiele zu betrachten. Viel wichtiger aber ist der Umstand, daß die babylonische Synode, aus deren Schule der Talmud hervorgegangen ist, 18 Stellen der h. S. geändert haben soll, worunter auch einige aus dem Pentateuche (Tanchuma, zu Exod. 15, 7). Joseph Albo im Buche Jkarim nimmt zwar an, daß die Schriftstellen nicht eigentlich geändert, sondern aus verschiedenen Absichten anders gelesen wurden, setzt sich aber hierin offenbar mit dem Midrasch Tanchuma in Widerspruch. III. Der Text des Pentateuchs giebt uns wegen der Unvollständigkeit der Vorschriften, der Unverständlichkeit der Ausdrücke und der darin vorkommenden scheinbaren Widersprüche nicht den erforderlichen Aufschluß über die Art und Weise, wie die verschiedenen Vorschriften zu vollziehen sind.

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