Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 3)
- Language
- German
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24 II. Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds. che zuschreibt. Nichts desto weniger erklärt er alle Vorschriften des Pentateuchs für unmittelbar göttliche Gebote und leitet diese Behauptung auf die ihm eigenrhümliche JnterpretationSweise aus mehren Schriftstellen her. II. Der Pentateuch ist m icht blos dem Inhalte, sondern auch dem Texte nach Moses mitgetheilt worden. Dieser Grundsatz bildet eigentlich die Basis des talmudischen Jnterpretationssysteins, wo die Gesetzbestimmungen nicht blos aus dem Wortsinne des Textes, sondern auch aus der abwechselnden Orthographie der Wörter und selbst aus den Verzierungen der Buchstaben hergeleitet werden dürfen; denn wenn auch solche Herleitungen oft als blose mnemonische Zeichen und nicht als eigentliche Beweisgründe gelten sollen, so werden sie doch nicht selten auch als schlagende Beweise und zur Widerlegung entgegengesetzter Meinungen angewendet. Ob dieser Grundsatz auch auf die Vocale anzuwenden sei, die ursprünglich im Texte fehlten und erst später durch Zeichen angegeben wurden, ist im Talmud (Sanhedrin 4 a) der Gegenstand einer Controverse *). Außerdem, daß diese Ansicht des Talmuds vom *) Diese Angabe mochte dahin beschränkt werben, daß aus den Vocalen selbst, als. Zeichen, die selbst noch bei der Beendigung des Talmuds nicht im Gebrauche waren, niemals Herleitungen gemacht wurden, sondern daß einige Talmudisten vielmehr ci- - ne andre mögliche Aussprache als die recipirte die mehr die überlieferte Schreibung des Wortes nach Consonante» für sich hat, als Grundlage zu Ausdeutungen betrachten. Cs steht demnach Dies in naher Beziehung mit dem: Lies nicht . . sondern .. ./ nur daß nicht einmal am Consonant geändert zu werden braucht. G-