Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 446 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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MS- N a ch r ich t e 8, Zn nnscrn bürgerlichen Verhältnissen hofft man wieder einige Verbcssernngen zu erhalten. Zn Bezug auf Ehesachen ist nun die Beschränkung der Inländischen völlig aufgehoben; jedoch bestehen noch iininer die Hindernisse gegen Ehen, deren einer Theil nicht der hiesigen Stadt angehört. Wie man Hort, soll nun dem Senate ein Referat vorgelcgt werden, wonach auch solche Ehen völlig frei gegeben werden sollen unter der Bedingung einer starken auf eine Anzahl von Zähren stehen bleibenden Cantion. Als eines der Motive zu diesem Anträge soll auch ganz besonders mitgewirkt' haben, das; es sehr im Zweifel steht, ob einem hiesigen Bürger, der ein fremdes Frauenzimmer heirathet, wenn die Ehe gültig vollzogen ist, Schwierigkeiten in Bezug auf seine und seiner Kinder Bürgerrcchtsvcrhältnisse gemacht werden können, wodurch denn in dem Falle, das; der weibliche Theil der hiesigen Stadt nicht angehört, das Gesetz leichtlich umgangen werden kaum — Dem frühem Gesetze nach ist auch die Zeit ffchou cingetreten^ das; die jüdischen Handwerker lediglich jüdische Gesellen zu Arbeitern haben dürfen; es wurde jedoch diese Bestimmung noch nicht in Ausführung gebracht. Hingegen wird von einer andern- Bestimmung, nach welcher die Anzahl der Handelsleute blos nach dem Verhältnisse der jüdischen Einwohnerzahl vermehrt werden dürfen, schon Gebrauch gemacht, und cs ist schon manchem hiesigen israelitischen Bürgcrsohne das Ansuchen, Bürger und Handelsmann zu werden, abgeschlagen worden. — Am 18. Juli hat H. v. Zost seine erste Predigt in unserm Andachtssaale gehalten. Alle Kenner, die zugegen waren, wünschten der hiesigen israelitischen Gemeinde im Herzen Glück, einen solchen Mann zu den Ihrigen zählen zu können. Er wird die Bahn betreten, die in unfern Tagen allein Israel zum Heile führen kann; sic ist — daS Streben nach allen Vorzügen einer höher« Civilisation innerhalb der Schranken eines durch aufrichtige Wahrheitsliebe geläuterten Glaubens. — Am verwichcneu Fasttage ist der Gottesdienst in der Synagoge zu Offenbach aus eine sehr würdige Weise begangen worden, und eine Predigt des Hrn. 1). Formstccher hat die Stelle einer großen Anzahl von Trauerliedcrn ersetzt, die mit großem Recht, dort wie auch in Därin- -