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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 445

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Frankfurt [Nachricht]
Date
1835-01-01
Page
Seite 445 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Nachrichten: 445 Bibel hineingetragen sind; denn Dies würde schon mit der Worttreue streiten. Im Gegentheil ist die Bibel, wie sich der Verf. ausdrückt, nicht unser Ritual, und unsre Gebräuche finden sich zum geringsten Theile in Pentateuche. Die Tradition legt sich die Kraft der Abänderung und der Hinzufügung bei, und nach ihr sind unsre Einrichtungen geregelt. Fruchtbare Andeutungen, die nicht unbesprochen bleiben sollten. Mir ist es hier blos darum zu thun, den Eindruck, den diese Vorrede auf mich, wie auf sehr viele Gleichgesinnte, gemacht hat, darzulcgen. Eine zweite , in andrer Beziehung höchst wichtige Erscheinung ist die Fortsetzung des von I>. Nießer redigirten periodische» Blattes „der Jude", das, statt, wie früher, in einem nach je vierzehn Tagen ausgegebenen Bogen, nunmehr in Heften erscheint und dessen erstes Heft (108 S. 8.) nun vorliegt. Der Geist dieser der Erringung der bürgerlichen Gleichstellung der Juden gewidmeten Zeitschrift ist hinlänglich bekannt und bedarf gewiß für alle diejenigen, die mit unbefangnen Augen lesen und edle Bestrebungen für das Wohl der Menschheit, im Allgemeinen wie in einzelnen Kreisen, zu würdigen wissen, keiner besonder» Empfehlung. Rießer hat es dies Mal, die Verhandlungender badischen Kammern im I. 1833 beleuchtend, vorzüglich mit den Einwendungen Rottcck's, aber auch denen Andrer zu thun. Das hohe Rechts- und Freiheitsgefühl, welches letztere nicht das bei den Meisten gewöhnliche negative der selbstischen Einschränkung ist, sondern die Herrschaft der Idee sittlicher Freiheit und allgemeiner uneingeschränkter Entwickelung der Kräfte will; die Klarheit, mit der allgemein publicistische wie specicll-jüdische Begriffe erörtert werden; die Kraft und die Schönheit des Styles, der in begeisterter Erhebung ans Dichterische streift; die überraschende Neuheit der Beziehungen, die er einem und demselben Gegenstände, den er nun schon seit einer Reihe von Jahren behandelt, abzugcwinnen weiß — sind Eigenschaften, die man an dem Verf. gewohnt ist, die aber seinen Beleuchtungen stets neues und lebendiges Interesse verleihen, und die den Verf. der in der Vorrede ausgesprochenen Furcht, er möchte ermüden und das Gebiet einem Andern überlassen müssen, überheben. 30

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