Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 444 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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444 Nachrichten.' darf, dem Nichttheologen ziemlich unzugänglich, und es wäre daher sehr wünschenswert!), wenn jedes Hans eine vollständige Bibel in deutscher Sprache hätte, die nach einem Geiste gearbeitet wäre, den Geist der Bibel unverfälscht wicdergcbend. Es ist Dies mich für den Prediger erwünscht, wenn er seinen Text nach einer geläufigen Uebersctznng anführen kann; denn das' dem Ohre des Zuhörers Bekannte und als solches Heilige wird einen weit gröficrn Eindruck Hervorbringen, als die von jedem Prediger verschiedenartig sclbstgesertigte Uebcrschung, und hat für diesen, wenn er sich meist daran bindet, auch noch den Vorthcil, daß er nicht, wie Dies noch so häufig geschieht, nach Weise der alten Agada, in willkührliche 'Schriftdeutung verfällt. Wie ich höre, hat auch Herr!). Salomon in seinen neuesten Predigten die Johlson'sche M- Uebcrsehung bei seinen Texten befolgt.— Jedoch es wird der Wunsch einer Synagogenübersetzung noch um so dringender, -da viele Laien, wenn sie die Bibel kennen lernen wollen, sich der weit verbreiteten lutherische» bedienen, die, abgesehen von ihren vielfachen Jrrthümern, die der Fortschritt der Wissenschaft erkannt hat, christliche Dogmen in das einfache Wort hineinträgt, und so der Jude am Ende zu Täuschungen verleitet wird. — Welchen Standpunkt überhaupt die neue Uebersetzung im Reiche der Wissenschaft einnimmt, ist eine Frage, die hier unberücksichtigt bleibt, und die auch von dem eben ausgesprochenen Wunsche unabhängig ist; jedoch sehe ich wohl nicht mit Unrecht bald einer gründlichen Beurtheilung derselben, etwa in Verbindung mit der französischen von Cahen, in diesen Blättern entgegen. Ich muß noch ferner aus eine weitere Ausführung der einen, auf die traditionellen und talmudischen Erklärungen sich beziehenden, Bemerkung aufmerksam machen. Es wird hier nämlich der sehr wichtige Unterschied zwischen Tradition und Talmudlehre gemacht und mehre treffende Worte gcgeir Hartmann, der diesen Unterschied ganz ignorirt, in einer Anm. <S. XVI) gesprochen. Sollte nicht wohl einmal bald dieser Unterscheidung eine wissenschaftliche Behandlung zu Theile werden? Wenn es jedoch oben hieß, daß den trad. Erklärungen Raum gegeben sei, so darf doch daraus nicht gefolgert werden, daß diese alle in die