Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 443 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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443 Nachrichten» die 9te die Beibehaltung der Wortstellung. Dies sind Vorzüge, die mau von einer „worttreuen" Uebersetzung fordern darf, und deren sorgfältige Beachtung ihr gewiß zur Zierde gereicht. Die mögliche Nachahmung der Paranomasien (unter 6) ist natürlich eine angenehme und dankenswcrthe Zugabe; ob Dies aber auch von zwei andern Eigenthümlichkeiten zu sagen ist, nämlich davon, daß (8) Verse, die eine verschiedene Deutung zulasten, aus dieselbe zweideutige Weise übersetzt sind, und daß (10) den talmudischen Erklärungen „Naum gegeben" ist, wollen wir hier nicht entscheiden; wir meinen, daß der Uebersetzer doch sich Selbstständigkeit bewahren müsse und weder Erklärungen geben dürfe, weil sie gegeben sind, noch auch Dunkelheiten lasse, weil sie einmal dunkel gewesen, sondern nach eigner Einsicht entscheidend austreten müsse. Die Bezeichnung seltner und ungebräuchlicher Wörter als solcher schon durch die Uebersetzung (3) wolle» wir hier nicht besonders erwähnen, da dies eigentlich mit dem unter 1) Bemerkten, daß für ein jedes hebr. Wort ein entsprechendes deutsches gewählt sei, im Ganzen zusammensällt, die ausdrückliche Angabe in der Anm. aber nicht zur Charakteristik der Uebersctzung gehört. — Wenn nun die Vergleichung zwischen dieser und der mendclssohn'schen Nebersetznng solche Verschiedenheit bietet, so ist dennoch gewiß auch der Herr Vers, der Letzte, welcher den Werth dieser Arbeit herabsetzen will, wie er Dies schon in der Vorrede zum Iten Theile bemcrklich machte , und er wollte nur darauf Hinweisen, wie die Nebersetzungskunst in ihren Fortschritten sich nicht begnügen könne mit dem ersten unter den Juden unternommenen Versuche. — Die Treue, Kürze und Klarheit dieser Uebersetzung möchte sie daher ganz vorzüglich geeignet machen, eine allgemeine Synagvgenübcrsctzung zu werden. Wir verlangen zwar keine Uebcrtragung, die kanonisches Ansehen besitze, wie bei den Katholiken die Vulgata, oder die wenigstens mit einer solchen Kraft alle Ansichten einer frühem Zeit aufrecht erhalte, wie bei den Protestanten die lutherische. Wir besitzen das hebr. Wort der Bibel und schöpfen aus ihm. Jedoch ist dieses, sosehr dessen Kenntniß dem Theologen stets unumgänglich nothig ist und sowenig er jemals einer Uebersetzung Vertrauen schenken )