Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdisches Schulwesen [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 6)
- Language
- German
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Jüdisches Schulwesen. 409 wird; bei gehöriger Unterstützung von Seiten des Staates, wird es dann auch den kleinern Gemeinden, da sie keine besondere Elementarschule und keinen Vorbeter zu unterhalten haben, und da die Beitrage, welche zu den allgemeinen Volksschulen geleistet werden müssen, äußerst gering sind, möglich sein, einen Rabbiner anzustellen und alle, von seinem Berufe bisher getrennten, Functionen, welche auf die Religionsgemeinde als solche Bezug haben, dem Kreise seiner Thätigkcit zuzuweisen. — Nur dann aber, wenn mit einer solchen Concentrirung der aus dem. eigentlich religiösen Leben derGemeinden erwachsenden Bedürfnisse, auch zugleich die konsequente Ausscheidung aller derjenigen, welche dasselbe nicht unmittelbar betreffen, verbunden ist, und also Alles, was das allgemein menschliche, bürgerliche Leben angeht, auch diesem zur Fürsorge und Pflege überwiesen wird, nur dann können dieselben alle zugleich und hinlänglich befriedigt werden, und es geschieht eben darum auch in der Rücksicht auf praktische Zwecke, wenn wir auf eine solche strenge Scheidung dringen und, gegen die Tendenz der beiden vorliegenden Schriftchen, die Ansicht geltend zu machen suchen, daß die.allgemeine Grundbildung in allgemeinen Volksschulen, die eigentlich religiöse Bildung aber in besondern Religionsschulen ertheilt werden solle. Denn unmöglich wäre es, den gesammten Jugendunterricht mit dem Amte des Geistlichen zu vereinigen, indem durch eine solche widernatürliche Verbindung nicht nur zwei, ihrer Natur nach, wenn auch verwandte, doch wesentlich verschiedene, Berufsarten mit einander verschmolzen würden, sondern auch eine mehr als gewöhnliche Kraft erfordert würde, um eine so schwere Last doppelter Pflichten auch nur einigermaßen tragen zu können. Das aber würde hier das Wesen der Verhältnisse eben so wenig ändern, als es an sich zu billigen wäre, wenn man den bekannten Vorschlag des Herrn D. Paulus in Heidelberg, dem man hierin merkwürdiger Weise auch von unserer Seite mehrfach nachgesprochen hat, als ein Auskunftsmittel annehmen und dem Jugendlehrer, unter dem Titel eines »Predigers," das Amt deS Geistlichen übertragen wollte« Die Bedürfnisse