Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 405

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Jüdisches Schulwesen [Rezension]
Date
1835-01-01
Page
Seite 405 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2929020-2929021-2929025-2929529--0523-2929722
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

405 Jüdisches Schulwesen. überhaupt, an ihn machen. Oder sollen wir uns ewig scheuen, unser ganzes Recht zu fordern, weil auch das halbe uns so oft verkümmert und vorentbalten wird? Allein wir sehen hievon nicht blos für die Gegenwart ab, wozu leider schon die Umstande zwingen, sondern es wird uns, indem wir noch andere Bedürfnisse berücksichtigen, überhaupt nicht wünschenswerth, daß jene Bedenklichkeiten auf solche Weise gehoben werden. Es sind hohe, dringende Bedürfnisse, die wir hier im Auge haben. — Wenn es nämlich wahr ist, was man in neuerer Zeit endlich gehörig einsehen lernt, daß der wahre Geist der Bildung unter unfern Glaubensbrüdern vor Allem von den geistlichen Führern ausgchen müsse, und daß in ihre Hand eigentlich die ganze Hoffnung nnserer künftigen Geschlechter gelegt sei Und gelegt werden müsse, so muß das Herz Dessen, der mit Ernst an die wirkliche Nealisirung der großen Bestrebungen unserer Zeit im Judenthume und unter den Juden denkt, von mannigfachen Besorgnissen erfüllt werden, wenn er die vorhandenen Mittel und Wege hiezu betrachtet; es muß ihm scheinen, als ob die Macht der obwaltenden Verhältnisse es verhindere, daß das wahre religiöse Leben im Judenthume je völlig durchdringen und alle Bekenner desselben gleichmäßig erfüllen könne. Denn die Mehrzahl der jüdischen Gemeinden besteht aus solchen, welche fo klein sind, daß es ihnen in der Thar staunenerregende Opfer*) kostet, um nur die gewöhnlichsten Bedürfnisse des Cultus und Unterrichtes zu bestreiten, und daß es daher, selbst bei aufrich- °) Schon Graser sagt S.1Y. seiner Schrift »das Judenthum und seine Reform» (Bayreuth 1828), — der man doch keineswegs Parteilichkeit für die Juden vorwerfen wird —: »Der Jude muß im Einzelnen und im Ganzen die Mittel für diese Bedürfnisse (des Cultus rc.) selbst aufbringe». Welche schwere Laste» brücken darum in dieser .. Beziehung auf ihn! — Man muß dieses Verhältnis näher kennen, um mit Bedauern und Staunen zu fragen, wie die Mittel hier und da von einer unbeträchtlichen Gemeinde aufgebracht werden ri.s-w.»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.