Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 23)
- Language
- German
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Rap.'s Biographien. Chananel. 399 Puncte sind: der Glauben an Gott, an die Offenbarung, an das ewige Leben und die Erlösung, welche sich sehr von den dreizehn des Maimonides unterscheiden, aber fast ganz mit den Grundlagen des Joseph Albo zusammenfallen. — Dieses systematische Bestreben auf der einen und das philosophische Element auf der andern Seite beurkundet sich nun auch vollkommen in seinen talmudischcn Werken. Er war der erste, der einen Codex für die damals noch gebräuchlichen Gegenstände anfertigte, zwar nicht in der Weise selbstständiger Sachordnung, wie sie seit Maimonides geltend wurde, sondern nach der Art des Isaak ben Jakob aus Fez, der Ordnung des Talmud folgend, aber in bloßer Angabe der aus ihm herfließenden Resultate. (A. 30). Und während dieses Werk sich von dieser Seite aus als das Erzengniß eines logisch-ordnenden Geistes kund giebt, beweiset es auch durch die eingestreuten Agadaerklärungen, und ebenso durch klare sprachliche Ansichten den unbefangenen Denker. Hier ist ganz merkwürdig die Auffassung, daß Erzählungen, die einer natürlichen Betrachtungsweise der Ereignisse widersprechen, bloße Traumerscheinungm, sowie auch, daß selbst Prophetengesichte, die auf anthropomorphistische Weise die Gottheit darstellen, bloße innere Anschauungen waren (A. 14 u. 15). Man beachte diesen bedeutenden Schritt wohl! Man hatte bis jetzt an der objektiven, realen Wahrheit aller agadischen Erzählungen und Prophetengesichte nicht gezweifelt, und suchte nur den Inhalt, als unter einer eignen Darstellungsform verhüllt, zu modificiren, oder man ging auch bei der Agada — wie dies Samuel ben Chofni that — weiter, indem man sie zur Seite schob. ChanaNel aber läßt Erzählungen und Gesichten nicht mehr eine äußere entsprechende Wirklichkeit, sondern betrachtet sie als bloß subjektiv, so daß für den Inhalt derselben kein weiterer Erklärungsversuch nöthig ist, da ja das Ganze ein Gebilde der, bei den Propheten freilich von Gott geleiteten, Phantasie ist (Hos. 12, 11). Eine Ansicht, die allerdings von der Zeit nicht ausgenommen und durchgeführt wurde, aber zu höchst wichtigen Resultaten geführt haben würde und von einer un- 27 *.