Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 17)
- Language
- German
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Rap.'s Biographien. Kalir. 393 wesen, wenn die Bedürfnisse der Zeit sie angegeben hätten, wenn sie mit Geschmack gearbeitet gewesen wärm oder man sich gar der Muttersprache für dieselben bedient hätte« Aber die Eigenthümlichkeit der Zeit, die an das Legendenmäßige der Agava ihre andächtige Verehrung geknüpft hatte und ästhetischen Formen nicht günstig war, behauptete ihre Rechte. Diese Dichtungen waren daher nicht Ergüsse einer ungetrübten dichterisch-andächtigen Empfindung, sondern mühsam gearbeitete, in äußere Form und innere Agadagelehrsamkeit versinkende Produkte, die, so sehr auch der Verfasser seine Andacht an sie geknüpft haben mochte, nicht fähig waren und noch weniger jetzt sind, Andacht zu erwecken, in welchen nun zunächst der vorbetende Geistliche, mehr predigend und lehrend als betend, seiner Gemeinde die Bedeutung des Festtages nach den agadischen Annahmen zu entwickeln suchte, aber für Gebet und Dichtung den Schwung und die tiefe Empfindung, für Predigt die Verständlichkeit und Einfachheit vergaß. Von diesem höchst verderblichen Gebrauche nun, der einen unberechenbar schädlichen Einfluß auf unfern ganzen Cultus ausübte, gab wohl unser Elasar Kalir das erste Beispiel, indem wir nämlich über die Festgebetordnung eines angeblich früher« Jannai (A. 19), von der nicht die geringste Spur mehr vorhanden ist, nicht mehr urtheilen können. Seine Dichtweise war, ungeachtet seiner oft durchscheinenden Befähigung zum religiösen Dichter (A. 23), durch und durch ungeeignet, die erpreßten Gesänge, deren Form gar noch nach Zahlenspielereien sich richten mußte— wenn wir der zwar anfangs unwahrscheinlichen, aber durch zu viele Beweise unterstützten Behauptung Rap.'s (A. 12) und Zunz' (S. 384