Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 15)
- Language
- German
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Rap.'s Biographien. Kalir. 391 völlig schwand, drang das Gebet immer mehr in das Leben des Volkes ein, es wurde immer größeres Bedürfnis! und wurde konstanter; es wurde nach bestimmten Zeiten festgesetzt, verbreitete sich immer mehr auch unter die Ungelehrten, und die Formeln erhielten festere Beständigkeit. Dennoch blieb es dabei, daß der Vorbeter in den Versammlungen allein das Gebet verrichtete, und daß er ziemlich unum» schränkte Freiheit besaß in Abänderungen und Hinzufügungen. Jedoch auch diese synagogifche Freiheit wurde immer mehr eingeschränkt, die achtzehn Segenfprüche, Sch'moneh 'Esreh, wurden bald als durchaus erforderlich betrachtet; auch der Einzelne, der den Versammlungen nicht beiwohnte, mußte seine Privatandacht nach ihnen verrichten; allmälig wurden diese Formeln bereichert, für Sabbath- und Festtage besondere Gebete festgestellt, und auch die neu hinzugekommencn erhielten bald das geheiligte Ansehn. Diese feste Organisation erhielt Nün die Liturgie besonders durch die Geonim, deren höchstes geistliches Ansehn fast überall anerkannt wurde und die nun nicht blos in ihrem Kreise die Gebetordnung feststellten, sondern auch solche nach fernen Gegenden hin sandten; Dies ist uns z. B, von'Amram (Nathan A. 29) Saavias (Saab. A.21) und Hai (Hai, Zusatz S.91) bekannt. Diese Liturgieen richteten sie nun nicht allein nach ihren Ansichten ein, so daß die von verschiedenen Männern herrührenden auch zuweilen von einander abweichen, sondern sie vermehrten sie auch mit gewissen alten, aber früher nicht zum Gebete dienenden Formeln*) und ,) So verdankt man z.B- Amram die Bibel-, Mischnah-und Baraithastücke vor dem IHbtV (Tos. und Ascher zu Kidd. 30 n, die maim. Anmerkungen zur Liturgie des M. am Ente