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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 389

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Jüdische Geschichte [Rezension]
Date
1835-01-01
Page
Seite 389 (sequence 13)
Language
German
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Nap.'s Biographien» Kalir. 389 wirkt habe, indem das Zcugniß Botrils, das ihn etwas später setzt, als das eines kabbalistischen Falsatvrs, ganz verwerflich sei, das als eine Uebersetzung entweder Bücherstadt (Sepher), mit Hinsicht auf die an seinem Wohnorte (etwa Bari) blühende Gelehrsamkeit, oder Hafenstadt (Sephar), was auf Cagliari paßt, bedeute, welches letztere uns wahrscheinlich ist; das Dunkel aber, das ans ihm ruhte, rührt zum Theil von der Unbekanntschaft, in welcher überhaupt die hohe Gelehrsamkeit Italiens damals lag — wovon noch unten —, zum Theile auch von seiner Stellung her, indem er nicht sowohl Gelehrter von Fach, als Vorbeter war, deren Weise es war, durch selbstgedichtcte Gebete die Liturgie zu bereichern, wo dann ihre Erzeugnisse, nicht aber ihre Namen — außer durch die Akrostichen <—, der Nachwelt bekannt wurden. Dies ist das kurze Resultat scharfsinniger und gelehrter Untersuchungen, die man beim Vfr. selbst Nachlesen muß. Das Interesse aber, das an diese seltsame Erscheinung sich knüpft, beruht auf der sehr traurigen Umgestaltung, die durch ihn mit der Liturgie der Festtage veranlaßt wurde. Es ist nämlich die jüdische Gebetordnung ein aus den leisesten Anfängen sich bis zu einer thurmhohen Masse allmälig entwickelndes Institut, das die sonderbare Eigenheit des starren Stillstandes und deH Fortschrittes dergestalt in sich vereinigte, daß das früher Eingerichtete blieb, nur aber mit neuen Erzeugnissen bereichert wurde. — Das älteste Judenthum kannte, wie es der Charakter der alten Religionen überhaupt war, kein gemeinschaftliches Gebet; der öffentlicheGottesdienst bestand im Opfern , wobei der Einzelne im Tempel Gebete, als

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