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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 331

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Grundlehren des israelitischen Glaubens
Date
1835-01-01
Page
Seite 331 (sequence 5)
Language
German
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UI. Grundlehren des israelitlschen Glaubens. 331 besonders Maimonides sind zwar hierin einer ganz an» dern Meinung und betrachten den religiösen Jrrthum als das schwerste aller Vergehn; aber ganz ohne Stütze weder in den Worten, noch in dem Geiste der h. S., wie dies auch Menvelsou in seinem Jerusalem durch siegende Gründe zeigt. 5. Mehr als die Anerkennung bestimmter Glaubens- Wahrheiten werden von dem Israeliten gewisse Gefühle als Grundbedingungen eines frommen Lebenswandels ausdrücklich gefordert, als Liebe zu Gott, zu Mitmenschen, zu Fremdlingen, Freude an den Festtagen, gottselige Heiterkeit beim Gottesdienst, Vertrauen zu Gott u. s.w>, so wie umgekehrt, gegen mehrere bösartige Gefühle strenge und häufig gewarnt wird, bisweilen sogar mit Androhung von Strafen (Sprüche 24, 17 ff.). In der That kann der Mensch viel eher seine Gefühle als seine Meinungen nach Willkühr lenken, und zwar aus verschiedenen Ursachen: 1) sind manche fromme Gefühle dem Menschen natürlich und gleichsam angeboren, so daß das Gebot, sie zu hegen, so viel heißt, als sie nicht gewaltsam zu unterdrücken; 2) erwachen manche Gefühle von selbst, wenn man die Aufmerksamkeit auf bestimmte Wahrheiten richtet, welche mit ihnen in enger Verbindung stehn; 3) erlangen die Gefühle, welche auf höhere Zwecke des menschlichen . Daseins gerichtet sind, eine um so größere Lebhaftigkeit, je mäßiger man im Genüsse der sinnlichen Freuden ist, und je weniger man sich dieselben zum Bedürfniß macht. Es besteht demnach zwischen dem äußern Leben und dem innern Zustand des Menschen, seinen Gefühlen und Pesin-

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