Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Grundlehren des israelitischen Glaubens
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 3)
- Language
- German
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III. Grundlehren des israelitischen Glaubens. 329 gerechtes Leben es verdient haben, von Gott seine Heili» gen genannt zu werden. §.3. Die dreifache Heiligkeit der Gedanken, der Gefühle und des Willens, angedeutet durch das dreimal heilig, welches der Gottheit beigelegt wird (Jes. 6, 3.), ist ein Verein dreier Vollkommenheiten, die nur in enger Verbindung beseligend wirken können. Die Werke der Tugend sind nur beglückend für den Gerechten im Herzen (Hosea 14, 10.), so wie umgekehrt, fromme Gefühle ohne Gerechtigkeit im Handeln bei Gott kein Wohlgefallen finden (Jes. 1, 15.). Beide setzen aber eine vernünftige Vorstellung von der Natur und der Bestimmung des Menschen und von seinem Verhältnisse zur Gottheit Und zu einer übersinnlichen Weltordnung voraus, und dis Stimme dieser Vorstellungen bildet jene Weisheit, von der es heißt, daß sie ein Baum des Lebens sey für alle, so an ihr fcsthalten (Sprüche 3, 18.), und das Streben nach dieser Weisheit gehört zu den Grundpflichten des Israeliten, der Tags und Nachts über sie nachzudenken (Jos. 1, 8.) und sie auf seine Kinder fortzupflanzen hat (Deut. 6, 7. vergl. 11, 19). Sie ist übrigens nicht der Art, daß sie vorzügliche Geistesgaben und ein eigentlich wissenschaftliches Streben voraussetzte, sondern soll ein Gemeingut aller Menschen werden; sie wendet sich nicht an die Hochbegabten im Volke, sondern an alle ohne Ausnahme (Sprüche 1, 20 ff.). Ja, diejenigen, deren Gemüth am reinsten ist, und deren Geist sich noch nicht einer verwirrenden Zweifelsucht hingegeben hat, sind für sie am empfänglichsten (Jes, 28> 9.), weßhalb es