Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in den zwei ersten Jahrhunderten der zweiten Jahrtausends bis zum Auftreten des Maimonides
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 10)
- Language
- German
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314 H. Die zwei ersten Jahrhunderte bendig, aber bald diesem, bald jenem die Siegespalme reichend. — Höchst wichtig erscheint uns sein Urtheil über die verschiedenen Erklärungsweisen und sein Bekenntniß über das richtige Verfahren, das auch er erfassen wolle?) Einige,, und zwar die Rabbinen unter den Arabern, sagt er, nahmen Veranlassung, alle Natur-, Gejchichts- und philosophische Kenntnisse an die Schrifterklärung anzuknüpfen; aber wer diese sich aneignen will, der erlerne sie aus diesen Gegenständen gewidmeten Büchern. Andere — die Karäer — wollen rein aus der Bibel selbst sowohl diese verstehn, als auch alle Gesetze bestimmen; aber die Mangelhaftigkeit, die da entgegentritt, muß noch, wendig auf eine Überlieferung Hinweisen. Eine dritte Claffe wandelt in dichter Finsterniß, sie will im Gesetze überall Symbole finden; diese Verirrten verdienen keine weitere Antwort. „Nur haben sie doch in Etwas Recht, daß nämlich jedes Gebot mit dem Verstände erwogen werden müsse. Denn im Herzen giebt es einen Geist, einen Absenker des göttlichen Geistes; will der den gewöhnlichen Sinn nicht zulafsen, so suche man einen Hähern. Denn der Verstand ist der Urgrund, das Gesetz nicht dem Unverständigen ertheilet; der Engel zwischen dem Menschen und Gott ist der Verstand. Sträubt er sich aber nicht dagegen, wozu eine andere Bedeutung suchen?" Doch giebt es auch Stellen, wo ein körperlicher (schlichter) und ein geistiger (tiefer) Sinn angenommen werden muß, wie „Beschneidung", „Baum des Erkenntnisses"; giebt es ja auch in der Natur Dinge, die Vorrede zum Com. über den Pentateuch.