Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Heuchelei, die erste Anforderung an den jungen Rabbiner unserer Zeit
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 18)
- Language
- German
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302!. Heuchelei, die erste Anforderung digt, doch der Geist umnebelt ist; man macht ihnen ferner leicht bemerklich, wie das Aufgeben irgend eines Theilchens doch leicht manches Andere nach sich ziehen könne, was ihnen wichtig sei. Nun treten sie zaghaft zurück, nicht befriedigt, aber zufrieden mit dem Rabbiner, nicht freudig erhoben, ja trauernd über das Loos, das sie trifft, aber nicht murrend gegen den geistlichen Führer. Beide meinen es ernst; dir erstcren sind sogar klarer in sich, als die letzteren; beide irren wohl, aber sie werden von religiösen Interessen geleitet. Aber jene Andern, die mit klarer Einsicht sehen oder sich zu sehen einreden, die mit sich einig sind, was sie zu glauben und zu thun haben, was nicht: sie sind die einzigen „ Stille» im Lande"? Warum treten sic nicht auf mit demselben Ernste und sprechen: Was nützen uns kleine unbedeutende Abänderungen, wenn nicht der Wille gezeigt wird, für den wahren Glauben, zu wirken, was nützet z. B. ein Aufstutzen unverstandener Gebete mit Choralgesang, wenn der ganze Gottesdienst an großen Schäden leidet? was nützet Verbesserung des Gottesdienstes allein, wenn nicht in die ganze Lehre Geist einzieht und die Stagnation schwindet? Man hat vorbereitet und vorbereitet, und ist immer erst so weit gekommen, immer noch vorzubereiten! Was nützen uns alle Aeußerlichkciten, wenn der Glaube durch und durch getrübt bleibt? Unsere Ueberzeugung ist, daß nur nach unserer Ansicht der wahre Gott rein und in Wahrheit verehrt werde, daß nur mit unserer Ansicht sich ein Leben nach dem höhern Sein des Menschen und nach der wahren Idee des Judenthums führen lasse; also so lange nicht dahin das Ziel geht, so lange können alle Bestrebungen Nichts nützen. Also tritt auf, der du geistlicher