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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 301

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Heuchelei, die erste Anforderung an den jungen Rabbiner unserer Zeit
Date
1835-01-01
Page
Seite 301 (sequence 17)
Language
German
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an den jungen Rabbiner unserer Zeit. 30t Aber Leute, die sich der Niedrigkeit hingeben, yer» dienen unsre Verachtung; Leute, welche dieselbe von ihnen verlangen, verdienen sie zwiefach. Denn wahrlich jene verderbliche Heuchelei könnte und würde nicht bestehen, wenn die Laien Ernst und Eifer für das wahrhaft Religiöse beseelte, wenn nicht Klugheit und Nichts als Klugheit in ihrem Munde wiedertönte, wenn ste nicht geradezu Heuchelei von dem Rabbiner forderten. Denn meint ihr, es wäre so völlig leicht, nach allen Seiten hin irre zu leiten und den Sinn zu verwirren? O nein, da muß der Sinn zuvor schon wirr sein. Den Formgläubigen wird darum von den Männern, die mit Herz und Herz sprechen, immer völlig beigestimmt, weil sie Männer von Eifer sind, und man ihnen nicht so leicht mit klugem Benehmen und zweideutigen Reden ausweichen kann; die einzige Waffe gegen sie ist blos, daß man zur Erhaltung alles ihnen Heiligen auch für die Zukunft und für die nicht völlige Entfremdung der abweichend Gesinnten doch einiges Aeußere nachgeben müsse. Freilich müßten sie entgegnen: was Gott geboten, das wird er erhalten, und wir wollen uns nicht daran vergreifen; aber es ist;a auch bei ihnen weniger Erguß des Herzens als Folge der Furcht. Dennoch haben sie ihre enggesteckte Gränze. — Männer, die selbst im Schwanken sind, deren Gemüth Ansprüche macht, denen die jetzige kalte Form entgegensteht, die sich nicht mit eisernen Banden an jedes Einzelne angeklammert haben, aber dennoch gar Vieles als wesentlich betrachten: nun auch sie können getäuscht werden; den anstößigen Formen werden symbolische, mystische, „tiefe" Bedeutungen unterlegt, so daß wenn auch das Herz nicht immer befriez 2L

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