Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 3
- Article
- Heuchelei, die erste Anforderung an den jungen Rabbiner unserer Zeit
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 15)
- Language
- German
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an den jungen Rabbiner unserer Zeit. 299 aus kein Mensch Etwas erfährt. Männer der reinen Theorie, deren wir allerdings manche gediegne haben, wenden blos oft die rein theoretische Seite hervor, so daß jedoch für Leben und Lehre nicht immer Ersprießliches folgt. Welche Producte zeigen sich da? Mit wenigen Ausnahmen Nichts und wiederNichts; nichts dieGegenwart Befruchtendes, meist seichtes Geschwätz, das unbegründet bleibt; in Halbheit schwimmende, unbeftimmtePhrasen. WelcheGegenstände werden behandelt? Entweder streng gelehrte, die mit dem religiösen Leben oft in gar keiner Berührung stehen, die aber den hohenVorzug der Gelehrsamkeit für sich haben und meist nicht von Rabbinern ausgehn, oder flacheTalmudvertheidigungen, die einige genießbare Brocken hervorziehn. Anderes ignoriren; Predigten auf Predigten, die schnell zur Ausposaunung des Ruhmes gedruckt werden; Anpreisungen der Religion, welche es unbestimmt lassen, was man eigentlich unter Religion meint. Aber die Hauptfragen: die Offenbarung, die Tradition, Fragen, die sowohl philosophisch als historisch zu erörtern sind, um diese geht man herum. Jeder schließt schnell Alles wieder in seinen Schrein, denn, ach! man möchte ja sonst erkennen, ob er den Baal oder den lebendigen Gott als Herrn anerkenne. So auch in Blättern, welche am ersten die Bewegungen der Zeit repräsentiren sollten! Welche Halbheit, welche Seichtheit, welche Ungenießbarkeit! Da behandelt man die Juden wie unwissende Schulkinder, denen man etwas Bildung einträufeln müsse, und kein kräftiges Wort über den Zustand des Judenthums! Im unedelsten Sinne des Wortes populär, d.h. für Leute geschrieben, die gar keinen Gedanken zu verdauen gewohnt sind, so daß der Verf. zuweilen ausdrücklich, und Ließ bei gar merkwürbi-