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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 288

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Heuchelei, die erste Anforderung an den jungen Rabbiner unserer Zeit
Date
1835-01-01
Page
Seite 288 (sequence 4)
Language
German
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288 I. Heuchelei, die erste Anforderung die mit Bewußtsein und mit vollem Willen, mit edlem Eifer nicht dem trägen Dahingehen oder dem schnellen Dahineilen der Zeit nachkriechcn oder von ihr sich fort» schleppen lasten? Gott gebe es, daß sie auftreten; auf« getreten sind sie noch nicht. In einer Zeit der Ruhe und vollen Uebereinstinu nmng, in einer Zeit, die in sich ganz ist, da bedarf es für den Lehrer des Glaubens und den Lenker m religiösen Dingen keiner andern Eigenschaft des Willens, als der Selbstentaußenmg, wodurch er völlig in die Zeit eingeht; und diese Eigenschaft erwirbt er sich nicht etwa, sondern er besitzt sie. Man urtheilt daher sehr falsch, wenn man von den Rabbinern vergangner Jahrhunderte sagt, sie seien fanatisch gewesen; sie waren es nicht, sondern ihre Zeit, und man kann bloß sagen, daß sie nicht über ihrer Zeit gestanden haben, was nicht gerade ein Vorwurf sein kann. Aber man versündigt sich an ihnen, wenn man sic der Heuchelei bezüchtigen wollte: was sie sprachen Md was sie thaten, Las meinten sie ernst; was sie vom -Volke wollten, war nicht eine Folge ihrer Pastoralklugheit, sondern ihres eignen warmen Glaubens; was sie selbst thaten und über Glauben dachten, das thaten und Lachten sie in Redlichkeit, so wie auch diejenigen, denen ßs ein Muster waren. — Sie waren nicht Lenker der Gemeinden in den wichtigsten Angelegenheiten, sondern blos Lehrer und Muster nach für diese-alle wie für sie feststehenden und nicht angefochtenen Gesetzen. — Ein Anderes ist es in unserer Zeit. Sie hat diese innere Ganzheit l acht: der Eine ist vom Andern gewaltsam losgetrennt, und sie fangen nur mit einem dünnen Fädchen noch an einander; tzk Uröerzeugungen sind häufig im Widerspruche mit dem Be-

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