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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 287

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Heuchelei, die erste Anforderung an den jungen Rabbiner unserer Zeit
Date
1835-01-01
Page
Seite 287 (sequence 3)
Language
German
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287 an den jungen Rabbiner unserer Zeit. interesfiren; die Gcsammtheit bleibt sich gleich, deßhalb kann sie uns nicht interssiren. Nur der Dichter, der mit einem allgemeinen Blicke eine Zeit umfaßt, der in einer Persönlichkeit, mag sie an sich sich auszeichnen oder nicht, eine Zeit zu malen weiß, kann uns in ihr ein Bild liefern einer erhabnen ansprechenden Ruhe, eines beharrlichen allen Mißgeschicken trotzenden Willens, einer kindlichen und in dieser Kindlichkeit kräftigen Glaubensfreude. Ihn fragen wir nicht, wieso das Individuum erfüllt war mit dieser Freude, begabt war mit dieser Kraft; seine Antwort ist: freut Euch des edlen Menschlichen in dieser Erscheinung, und fraget nicht! Diese Zeit ist vergangen, und eine andere ist an ihre Stelle getreten, eine Zeit des Zweifels, eine Zeit des Kampfes. Zerrissen ist das Band, wie es früher die Gemeinde umschlang, und nur noch äußerlich hält es sie zusammen. Die Willenskraft der Gcsammtheit ist gebrochen; der Wille des Einzelnen muß sich stählen. Eine!solche Zeit ist schwer, und trotz ihrer geistigen Würde, trotz ihrem Aufstreben und Ringen entbehrt sie des Reizes für die Anschauung; es müßte denn der kräftige Geist, der in ihr sich reget, vollkommen durchdringen und anregend einen Jeglichen und aufstörend aus sinnlicher Ruhe erhaben walten. Fällt Unsere Zeit der Geschichte einst anheim, so wird der Geschichtschreiber sich ihrer freuen; er findet überall ausgestreute Saat, er erkennt überall das mächtige stille Wirken der Verhältnisse wie einzelner sich auszeichnender Personen. Aber wird auch das Ringen zu einem befriedigenden Resultate führen, wird aus dem Streite wieder ein schönes Ganzes hervorgehen? Werden auch im Kampfe Männer auftauchen, 20*

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