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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 3 · p. Seite 286

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 3
Article
Heuchelei, die erste Anforderung an den jungen Rabbiner unserer Zeit
Date
1835-01-01
Page
Seite 286 (sequence 2)
Language
German
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286 - I. Heuchelet, die erste Anforderung bildete. Bloß die genaue Erkenntniß der einzelnen Glau» bensgesetze war nöthig; das Einzelne knüpfte sich dann an die bindende Kraft des ganzen Glaubens und war somit befestigt. Der geistliche Führer, der Rabbiner, zeichnete sich durch die größere Genauigkeit dieser Erkenntniß des Einzelnen aus, durch die beständige Beschäftigung damit, die ihn fähig machte, weiter zu lehren seine gewonnene Einsicht und Andern Aufschluß zu geben in für sie zweifelhaften Fällen, — wegen ihrer Unkenntniß, nicht wegen ihres nicht genug befestigten Glaubens. Diese Zeit ist vergangen; sie ist der Betrachtung anheimgefallen. Dem Geschichtschreiber bietet diese Periode eine etwas leere Einförmigkeit dar, ja er mag sich bei ihrer Betrachtung zuweilen einer gewissen Wehmuth nicht enthalten. Sie war eine Sandwüste des geistigen Lebens in Israel; es herrschte in ihr keine Entwickelung, es machte sich in ihr nicht der Pulsschlag der Zeit bemerklich, es tritt in ihr keine Verbindung eines geänderten äußern Lebens mit neuen Erscheinungen im Gebiete des Geistes ein. Mit einem Pinselstriche könnte er diese ganze Zeit darstellen; aber dennoch hat er das Vergehn der Geschlechter und das Entstehn von neuen zu erzählen, berühmte Namen der Zeit zu erwähnen, die aber dennoch immer innerhalb eines Gebietes ohne neue Kraft, ohne. Selbstständigkeit arbeiteten. Er könnte in einen Satz sein Resultat zusammenfassen: Geschlecht geht, Geschlecht kömmt, und die Erde besteht ewig; da er aber das Kommen und das Gehn der Geschlechter uns vorführen muß, so wird die Erzählung gedehnt und entbehrt des Interesses, weil des Lebens. Der Einzelne schwindet in der Gesammtheit, und deshalb darf er uns für ihn nicht

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