Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Cleve [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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271 Nachrichten aus der Synagoge. schlecht mit einem andern Krebsschaden verpestet, nicht weniger furchtbar in seinen Folgen. Von sich stoßend die Fortschritte einer böhern Bildung, der sie allein die Schuld zuwälzen aller der Ucbel des Unglaubens, bleiben sie in dem Todesschlaf von Kraftlosigkeit und sittlicher Zerrüttung versunken. Taub gegen den Aufruf fortschreitender Mcnschenbildung, hören sie nicht auf, ihr Haupt unter das Joch der Erniedrigung zu beugen, hartnäckig an den Vorurtheilcn haltend, die in ihren Augen die einzige Stütze der Religion ihrer Väter und deren unumstößlichen Einheit sind.« Hinsichtlich des Unterrichts redet er in folgenden herzlichen Worten die Familienväter an: "Erziehet eure Kinder in der Schule eurer traurigen Erfahrung. Präget ihrem noch zarten Gemüthe cm, wie oft ihr beweint habt, durch eure Erziehung dem traurigen Loos einer entehrenden Laufbahn verfallen zu sein. Haltet ihnen oft das Bild eures Schmerzes vor, es wird wohlthätig auf sie einwirken, und besonders pflanzet die Liebe zur Arbeit in ihr Herz. u. s. w.« Diese Liebe zur Arbeit soll durch die bestehende Gesellschaft der Aufmunterung zur Arbeit genährt werden, und Stoff zur Thätigkeit erhalten, zu deren Unterstützung der Hirtenbrief alle Rabbiner und Bemittelten auffordert. Endlich richtet er seine Worte an die Geistlichen seines Sprengels, legt ihnen ihre Pflichten ans Herz, auf die Gesinnungen und Handlungen ihrer Untergebenen vorthcilhaft eiuznwirken. »Ihre Aufgabe« heißt es denn hier, »wird forthin nicht mehr darin bestehen, die tiefen Geheimnisse dogmatischer Erörterungen auf die Rednerbühnc zu bringen . . . Aber den Verstand der Menge aufhellen, das Herz reinigen und aus allen Klaffen diesen Geist aufiösendcr Selbstsucht ansrotten, der die Seele tödtet, und alle Israeliten auch bis zum letzten der Sorglosigkeit um die Verbesserung seiner Mitgenossen, dem ausschließenden Kleingeiste des Eigcnutzes entreißen; dieß, ehrwürdige Brüder, ist Ihr weitumfassender heiliger Beruf!« — Allerdings ist dieses Schreiben nicht von allen Rabbinern des Sprengels mit gleichen Gesinnungen ausgenommen worden; allein das Consistorium wird sicher von allen seinen 19 '