Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Cleve [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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272 Nachrichten auS der Synagoge. Mitteln Gebrauch machen, um den in dem Hirtenbriefe ausgesprochenen Ansichten immer mehr Achtung zu verschaffen. — WaS ich oben von einer Gesellschaft der Aufmunterung zur Arbeit gesagt habe, bezieht sich auf einen Verein dieses Namens für die jungen armen Israeliten des Nieder-Rheins, der jetzt seit ungefähr 40 Jahren hier besteht, durch wohlthätige Beitrage erhalten wird, und von der Regierung eine jährliche Unterstützung von 1000 Franken genießt. Diejenigen armen Schüler der israelitischen Lancaster-Schule, welche durch ihr Alter, Kräfte und Anlagen zu einem Handwerke tauglich scheinen, wurden zu Meistern gethan, und auf Kosten der Gesellschaft unterhalten. Die Zahl derselben überstieg wegen der Beschränkung der Mittel niemals die von 20 Knaben. Seit etwa l'/l. Jahren hat das Institut, um die Lehrlinge besser überwachen zu können, ein sehr geräumiges Haus gemiethet und vollständig eingerichtet; die jungen Leute erhalten darin Wohnung, Kost und Kleidung. Der Sonntag ist für den Unterricht im Rechnen, Linearzcichnen u. s. w. bestimmt. Ern gedruckter Aufruf des Consistoriums an die Eemeinderabbiner, die Aufsichts-Commiffarien der Synagogen und alle andern Israeliten des Departements, ladet diese zur vermehrten Thätigkeit für die Zwecke des Vereins ein, bezieht sich auf den Hirtenbrief ihres College« und appellirt an den Wohlthätigkeitssinn der Israeliten, wie an den Gemeiiigcist der Franzosen. Das Gebäude nämlich, welches dem Vereine dient, machte durch seine Geräumigkeit die Aufnahme von fast 70 Lehrlingen möglich, wenn die Mittel zur Bestreitung der Kosten ausrcichten. Möge dieser Aufruf nicht verhallen, und die edeln Bemühungen unsers Consistoriums, an dessen Spitze der thätige Ratisbonne, als Präsident steht, von dem glücklichsten Erfolge gekrönt werden! — (Baden im Mai.) Von der bürgerlichen Stellung der Juden in unserm Lande habe ich einiges Erfreuliche mitzutheilen. — Vor der neu eingeführten Gemeindeordnung gab cs, sowohl bei Christen als bei Juden, zweierlei Bürger: Orts¬ und Schutzbürger oder Beisaße»; diese unterschieden sich von