Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Cleve [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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266 Nachrichten aus der Synagoge, nöthig, daß der Ober-Rabbiner sämmtliche Gemeinden wenigstens einmal im Jahre besuche, um sich von der Lage der gottesdienstlichen Einrichtungen, des Schulwesens u. s. w. an Ort und Stelle zu unterrichten, mit Rath und That an die Hand zu gehen, damit überall was gut und ehrwürdig ist, erhalten und befestigt, was mißbräuchlich ist, abgestellt werde. Eine Hauptrücksicht ist namentlich auch noch dies, daß unser künftiger Obcrrabbiner sowohl die Einsicht und Geschicklichkeit als den Eifer nnd kräftigen Willen besitze, für die Herstellung eines zweckmäßigen Unterrichts der Jugend zu sorgen. Unsere Schulen sind leider fast an allen Orten in Verfall gerathen. Eine zeit- und zweckgemäße Wiederherstellung derselben thut uns dringend Noch, wenn unsere Jugend nicht verwildern nnd sittlich untergchen soll, und ist ein vorzügliches Mittel, dein israelitischen Glauben und seinen Bekennen« die gebührende -Achtung zu verschaffen; irrige Ansichten, die gegen uns im Schwange sind, zu widerlegen; die ungünstigen Vorurtheile zu vernichten, welche man aus alten Zeiten her gegen uns hegt. In der Zerstörung eben jener Jrrthümer, der Vekäm, pfung jener Vorurtheile und der hierdurch zu bewirkenden Befreiung von mancherlei drückenden Einschränkungen, besteht der Beruf des Ober-Rabbiners: uns ein Vermittler und Vertreter nach Außen zu sein. Wir fühlen es alle gar zu sehr, daß unsere Stellung im Staate leider noch lange nicht so ist, wie wir wünschen, wie wir zu fordern uns berechtigt glauben. Ueberall stoßen wir auf Hindernisse , überall werden uns Schwierigkeiten gemacht, wird uns der volle Genuß der Rechte des Menschen nnd des Bürgers versagt — aus herrschend gewordenen irrigen Ansichten, aus vererbtem Vor« nrtheil, aus Mißdeutung unserer Institutionen. Dem Oberrabbiner eines großen Sprengels steht es vor allen Andern zu, ihm muß cs zugemuthet und anvertraut werden, mit den Waffen des Geistes, mit dem Worte und mit der Feder für uns zu kämpfen nnd der Wahrheit und dem Rechte den Sieg zu verschaffen, damit alle Fesseln gelösct werden und die Scheidewand eiustürze, die den Menschen von