Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Cleve [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten aus der Synagoge» 265 auf demjenigen, welchen man erwählen und berufen wird, dis erledigte Stelle wieder zu besetzen. Diesen höchst wichtigen Punkt zur Sprache zu bringen, die Aufmerksamkeit und Theilnahme unserer Glaubensbrüder für eine -würdige W iederbes e tz ung der gedachten Stelle anzuregen, ist der Zweck des gegenwärtigen Schreibens. Es ist keine geringe Sache, wovon es sich hier handelt; sondern es ist das Leben und Gedeihen, die Ehre und das Ansehen unserer Synagogen und Schulen, der Bestand und die Einheit unserer Glaubensgemeindcn, Misere Weisheit und Einsicht unter unseren Mitbürgern. Wenn es überhaupt eine ausgezeichnete Persönlichkeit erfordert, mit Segen und Erfolg der geistliche Hirt einer Gesammtheit von 8000 Seelen zu sein, so sind die Anforderungen, welche wir unter den gegenwärtigen Umständen an einen Ober-Rabbiner unseres Sprcngels zu machen haben, doppelt groß und wichtig; denn derselbe muß uns 1) Lehrer, Führer, Rathgeber in unseren inneren Angelegenheiten, und 2) Vermittler und Vertreternach Außenscin, Ein Ober-Rabbiner, wie er uns Noth thut, muß ein Biedermann sein von wohlbegründctem Rufe und Ansehen, der Achtung und Ehrerbietung für seinen Stand einzuslößen vermag; ein Mann, welcher nicht allein dasjenige besitzt, was man unter rabbinischer Gelahrtheit begreift, sondern auch in andrer Beziehung wissenschaftlich gebildet ist; er muß die Gabe der Rede besitzen, nicht um mit gelehrten Spitzfindigkeiten zu glanzen, sondern um seinen Zuhörern, von Groß bis Klein, den Männern wie den Frauen, den Erwachsenen wie den Kindern an's Herz zu legen: — was gut und recht ist und was Gott der Herr von uns fordert. Sein Wandel aber in ungefärbter reiner Frömmigkeit, in aller Tugend und Sittsamkeit, muß ein Muster und Vorbild seiner Heerde sein zur würdigen Nachahmung- Was sein Wirken betrifft, so darf sich dieses nicht auf seinen Wohnort beschränken, es muß sich thätig auf alle Gemeinden seines Sprcngels erstrecken. Es ist unumgänglich