Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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260 Nachrichten aus der Synagoge. dagegen ertheilt denselben der Lehrer der Schule selbst, wenn derselbe Candidat ist, und zwar schon aus Rücksicht gegen die Geistlichen, die anderweitige Berufsgeschäste schon hinreichend in Anspruch nehmen. Hat doch Herr Dr. Auerbach, wie wir hören, gegen das wöchentliche Predigen wegen Geschäftsüberhäufung Bee schwerde geführt, warum ihm diese, neue Last aufbürden, und dabei die schärfste Inkonsequenz befolgen? Sollen aber die Kinder den systematischen Religionsunterricht zum Theile vom Lehrer und zum Theile durch den Rabbiner erhalten, so muß nothwendig eine Gpaltung in den zarten Gemäthern der Kleinen selbst entstehen, da so viele Verschiedenheiten der Richtungen und Ansichten, sowie gewiß des Unterrichtsganges überall hervortretcn, daß völlige Gleichheit zu den Seltenheiten gehört. Also entweder keinen Religionslchrer — was freilich viele Rücksichten verbieten — oder ihm auch den Confirmationsun« terrscht übertragen! Das ist wenigstens unsere Ansicht, Völlig neu ist uns der §. 8., der dem Rabbiner die Führung eines Büches scher die qn ihn in Gewiffenssachen gestellten Fragen und seine Entscheidungen anempfiehlt. Wir wissen nicht, ob hierunter die Fragen der rabbinischen Easuistik verstanden sind. Wäre dies, so würde dies Buch, gewissenhaft geführt, ein Zengniß von der religiösen Bildung des Fragenden wie des entscheidenden Rabbiners geben. Und vielleicht ist dies die weise Absicht der Regierung, -7- Aber dann freilich müßte em solches Buch auch einer Controlle unterworfen werden. Es ist unser sehnlichster Wunsch, daß diese Instruction mit ihren Mängeln und Lüchen durch eine weise und verständige Leitung und guten Willen des Jnstruirten, der leider so viele verschiedene betrübende Ansichten über sich rege gemacht hat. Mm Gedeihen eines Theiles unserer Glaubensgenossen gereichen, und daß Herr Dr. Auerbach durch ein segenreiches und im Geiste der Zeit geführtes Wirken bald alle gegen ihn gerichteten Ausfälle Niederschlagen möge! Dies wäre die beste Waffe für seine Vertheidsgung; hierzu bedürfte er weder schlechter Insinuationen gegen den Zeitgeist, noch gegen feine Gegner, die, wie wir wissen, ihm freudig die Hände reichen wem