Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten aus der Synagoge. 261 Len, wenn sie ihn auf der Bahn des Wahren und Guten erblicken! — (Jüdische Colonie in Afrika). In Abyssinien eristirt eine Colonie von Juden, die man im Lande Falasjans oder Eri« lirte nennt. Ans ihren wohlerhaltenen Traditionen geht hervor, daß sie aus Asien nach Afrika in der Epoche übergegangensind, wo Judäa von Nebukadnezar erobertwurde, folglich vor der babylonischen Gefangenschaft. Sie haben nach Abyssinien, welches damals Aethiopien war, ihre Sitten, Gesetze, ihre heiligen Bücher «nd, was noch mehr ist, ihre Sprache, die noch auf diesem Punkte der Erde Volkssprache ist, mitgebracht und bis auf diesen Tag erhalten. Diese Thatsache, welche schon durch Bruce angegeben wurde, ist seitdem durch die Zeugnisse mehrerer zuverlässiger Reisenden, unter andern von Rüppel, dem gelehrten deutsche» Naturforscher, der Abyssinien vor wenigen Jahren besuchte, bestätigt worden. Durch Annahme dieser Thatsache in allen ihren Einzelheiten ließen sich mehre bedeutende Fragen auflösen. Diejcn'gen unsrer heiligen Bücher, welche vor Esra erisiirtcn, sollten, wie man gewöhnlich annimmt, durch diesen weisen Rab-- binen (?) in Ordnung gebracht worden sein. Welche Verschiedenheit würde man finde», wenn man ihren Tert mit dem handschriftlichen Tert, welchen jene jüdische Eolonie hat, vergleichen wollte? Kann nicht dieses Volk einige Bücher, welche uns durch den Strom der Zeiten und politische Sturme verloren gegangen sind, erhalten haben? Die Schriftzüge , deren sich die Hebräer heutzutage bedienen und die man chaldäische Charaktere nennt, sollen nach einer allgemein angenommenen Meinung aus Ehaldaa nach Judäa durch die Juden nach ihrer Gefangenschaft gebracht worden sein, und die ursprünglichen Charaktere, welche Moses anwendete, sollen die unter dem Namen der samaritanischen (?) bekannten Charaktere sein. Man dürste nur die Charaktere untersuchen, mit welchen die Bücher der Falasjans geschrieben sind, um zur vollkommncn Wahrheit zu gelangen. Die Schrift der .Hebräer war ferner ehemals syllablsch-