Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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25S Nachrichten aus der Synagoge. Erst der neueren Zeit verdankt man den systematischen oder eigentlichen Religionsunterricht, der in festen Sätzen und in katechetischer Form die positiven Lehren der mosaischen Religion zu entwickeln sich bestrebt, und das als ein gerundetes Ganzes vorführt, was in den Büchern des Bundes nur zer streut und gelegentlich berührt, und trotz alles Bibellesens schwerlich von den Kindern selbst zusammengesetzt werden undzu der Bildung reifen konnte, die die Religion unter den Händen eines gewandten Lehrers erhielt. Der Unterricht, den der Religionslehrer nun zu geben hatte, bestand aus allen diesen Gegenständen vereint, und beschäftigte, wenn auch die Kinder nicht sehr lange, weil diese verschiedenen Theile sich nach dem verschiedenen Alter von 6 bis 14 Jahren abthcilen, doch den Lehrer. Unsere Staatsregiernng, von dem wohlgemeinten Wunsche beseelt, diesen Unterricht auf das Nöthige einzuschränken , erklärte in einem eigenen Rescripte den Unterricht im Hebräischen und in dessen Zweigen für völlig überflüssig, und so bleibt nur noch die biblische Geschichte und der systematische Religionsunterricht als Beschäftigung für den Religionslehrcr. Wo nun die Kinder die Volksschule besuchen, und dort den Unterricht in biblischer Geschichte und allgemeiner RelkgiouSlehre genießen, reducirt sich die Thätigkeit des Religionslehrcrs fast ans den systematischen Religionsunterricht. Dieser ist aber eben der Theil, welcher für die Eonfirmanden angemessen ist und diesen erst ertheilt wird. In Darmstadt wurde nun wirklich von der Regierung ein Religionslehrer angestellt, der, wie uns bekannt ist, früher seine theologischen und akademischen Studien vollendet hatte, und vom badischen israelitischen Religionsoberrathe kn die Zahl der Rabbinatscandidaten des Landes eingetragen ist, weil er seine Eramina in beiden Beziehungen anfs rühmlichste absolvkrte. Eine natürliche Folge hiervon ist, dass dieser, und nicht der Rabbiner zur Confirmation vorbereiten sollte, da ja eben dies seine Hauptfunction seyn kann und seyn muß. Bekanntlich ertheilen in unserm ganzen Lande nur da die evangelischen Pfarrer den christlichen Confirmations, unterricht, wo kein Theologe an der Spitze der Schule steht,