Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdisches Schulwesen [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 11)
- Language
- German
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234 R e c e n s i o n e n. vereint werden können; der ganze erziehende Unterricht soll gleichsam die Aufgabe stellen, welche der eigentliche Religionsunterricht zu lösen hat, das Bedürfnis erregen, welches dieser befriedigen soll. Dieser eigentliche Religionsunterricht dann soll, wie es die Eigenschaft der Religion und des Menschen, namentlich aber des Kindes erfordert, allerdings für verschiedene Individuen auch eine verschiedene und individuelle Sprache reden, und den Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften auch in besonderer und verschiedener Weise ertheilt werden; er soll ganz positiv sich gestalten, weil der Geist in die Form eingehen muß, wenn er nicht entfliegen, und die Form nicht leer bleiben soll. Diese Form aber darf nicht zur Scheidewand werden, um des Geistes willen, der in ihr lebet, damit stets nur er walte, und um der Andern willen, welche die besondere Form nicht anerkennen, damit sie nicht allzusehr von ihren Brüdern getrennt werden; nicht umsonst soll uns die Geschichte ihre Lehren geben. — Es war die Folge der Rückkehr von einer verflachenden und bodenlosen sogenannten kosmopolitischen Richtung, die sich auch bei dem Unterrichtswesen kund gab, wenn man in neuerer Zeit wieder sehr stark auf die Abgranzung der Schulen nach den verschiedenen Religionen und Confessionen drang; allein man sollte sich doch hüten, aus Furcht vor dem einen Extreme wieder in das andere zu verfallen. Glaubensinnigkeit und Liebe zu den Genossen anderer Religionsgemeinschaften können ganz wohl neben einander bestehen; ja sie müssen aus einander erwachsen. Die Schule wird beide fördern, wenn sie ihre Granzen weder zu weit noch zu enge zieht, wenn sie die Menschen einander nähert, indem sie das zunächst