Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdisches Schulwesen [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 7)
- Language
- German
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230 Recensionen. Rec. hat in seiner Jugend selbst eine christliche Schule besucht und glaubt nicht den geringsten schädlichen Einfluß zu bemerken, den dieselbe auf seinen Glauben oder gar auf seine moralische Gesinnung geäußert hätte; im Gegentheile erinnert er sich noch mit wahrer Dankbarkeit gegen seinen Lehrer des tiefen Eindrucks, den manche Worte desselben, welche zunächst nur an die christlichen Schüler gerichtet waren, auf sein Herz machten. Dem Kinde liegt der Zweifel viel zu ferne, als daß es durch die Verschiedenheit der Religionen, die es kennen lernt, und die man ja doch, nicht vor ihm verbergen kann und gegen deren Einfluß man doch wohl auch nicht durch Erzeugung eines fanatischen Eifers in dem kindlichen Herzen wird waffnen wollen, im Mindesten an dem Glauben, in welchem es erzogen wird, irre gemacht werden könnte; es betrachtet die herrschende- Religionsverschiedenheit als ein gegebenes Verhältniß, über welches es nicht weiter nachdenkt, nährt aber nichts desto-wrniger innig und lebhaft die religiösen Gefühle und Grundsätze in sich, die in seinem Innern entwickelt werden. Allein es würde, wenn sich auch in der Wirklichkeit die nächsten Folgen weniger > stark äußern sollten, doch das ganze Prinzip, des selbstständigen religiösen Lebens im Judenthume aufgeben heißen, wenn wir unsre Jugend durch einen Unterricht bilden lassen wollten, welcher ausdrücklich dazu bestimmt ist, christliche Zwecke zu verfolgen. Es folgt dieses aus dem Begriffe der christlichen Schule und bedarf daher keiner weitern Begründung. Wie aber, wenn die Volksschule keinen bestimmt eonfessionellen Character an sich tragt? Wieda, wo (wie z. B. im Großherzogthum Hessen, im Herzogthum Nassau)