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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1835-01-01
Page
Seite 221 (sequence 12)
Language
German
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IRI
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Peter Beer, Üben u. Wirken d. MaimonideS. 221 Mangel an gläubiger Gemüthlichkeit diesem Zustande am rneisten angemessen war. Da trat M. auf. So wie er einerseits das Gebiet des Thalmuds anbaute und alle Gebräuche und vorgeschriebenen Handlungen in einem Systeme ordnete, so wie er andrerseits den eigentlichen Glauben auf feste Principien stützte, und ihn mit aristotelischen Begriffsbestimmungen bereicherte; so suchte er, indem er das Ganze überschaute, durch historische Untersuchungen die Fäden aufzufinden, welche Glauben und Thun ursprünglich verknüpft hatten, und benutzte zu dieser Einigung nicht wie seine Vorgänger eine gemächliche Asketik, sondern eine verständige Vermittlung aus der Urgeschichte des Volkes und seinen frühem Verhältnissen. Hieraus entsprang ein Dreifaches. Erstens wurde eine Menge philosophischer Sätze und Ueberzeugungen in die Zahl unverbrüchlicher Glaubensartikel ausgenommen, und so dasjenige, was früher der Ansicht eines jeden Einzelnen freistand, mit dem Stempel der Religion belegt und festgestellt. Da zweitens eine Einigung zwischen Glauben und Philosophie nur durch den schwankenden Ausdruck der biblischen und prophetischen Schriften möglich war, und man, gestützt auf die Ueberzeugung, daß beide, in ihrem göttlichen Ursprünge Eins, auch in ihren Resultaten zusammentreffen müßten, alles durch die Vernunft als wahr Erkannte m die Glaubensschriften hinein interpretirte, und so immer deutete und deutelte: ward eine Willkühr in die Bibelerklärung gebracht, welche dem Fürwahrhalten und der Ueberzeugung jedes Einzelnen anheimfiel; es gab so viele biblische Ansichten als philosophische Schulen, Alles ward zur Allegorie, und es kam dahin, daß Maimonides selbst sich nicht scheuete, 16

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