Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 13)
- Language
- German
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222 R ecensro n e n. den Ausspruch zu thun, daß die Pforten der Erklärung ihm nicht verschlossen seien," (F. d. V. II, 25) und daß allenthalben, wo die Weltweisheit mit ihren für wahr erkannten Principien gegen die heilige Lehre zu verstoßen scheine, diese nach jener geformt, und die geprüfte Wahrheit in sie hineingetragen werden müsse, — eine Behauptung, die bereits von Spinoza (traot. tlieol. xolit. Lax. VII.) mit gerechtem Tadel belegt worden ist. Drittens endlich dadurch, daß M. den allerdings allein wahren geschichtlichen Weg bei seinem Streben nach gegenseitiger Beziehung der beiden Glaubenstheile einschlug, vermochte er einerseits nur das eigentliche Mosaische*), oder Das Hauptgebot selbst zu erklären, mußte aber auch andrerseits die zeitlichen und räumlichen Verhältnisse, von denen so Manches bedingt wird, unwillkührlich in ein zu grelles Licht setzen, und so hier dem Lhalmud schaden, dort die mosaische Gesetzgebung selbst untergraben. — Gegen das diktatorische Verfahren unsers M. in den beiden ersten Abschnitten seiner W. d. L., welche jene neuen Glaubensartikel enthalten, kämpft nun eben Abraham ben David an, weil er da nicht einen Glaubenszwang eingeführt wissen wollte, wo in der That keiner war. Einen rühmlichen Beweis seiner Denkungsart hat indeß derselbe Abraham ben David dadurch gegeben, daß er die Uebersetzung des Buches "von den Herzenspflichcen" aus dem Arabischen ins Hebräische, mit Kraft leitete **). *) Hierauf scheint sich der schwierige Ausdruck des MaimonideS W d-Ä M rinb run (F. d. Vm, 40.) zu beziehen. **) Die Vorrede des UebersetzerS zum Lten Abschnitte.