Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 10)
- Language
- German
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Peter Beer, Leben u. Wirken d. Mai'monides. 219 Noch ohne Ahnung von dem Verhältnisse des Glaubens zur Philosophie überzählen die vorhin Reichen, nun plötzlieh Armen, in ihrer Bestürzung abermals die Güter, welche die Religion ihnen bietet, und siehe, sse entdecken nun neue, nie gewahrte Schätze; sie finden, daß ihr Glaube verborgen alle und dieselben Wahrheiten in sich schließe, wie die ihnen gegenüberstehende Welt« Weisheit, ja sie fangen an, es unglaublich zn finden, daß diese Wissenschaft in einem rein menschlichen Gedanken wurzele; nein, auch ihre Urheber haben heimlich auS den Quellen der Offenbarung gesogen; und da die Mitglieder einer jeden Kirche sich allein derselben gewürdigt glauben, aus keinen andern als ihren Quellen. Diese so natürlichen Erscheinungen folgen sich nur noch rascher, wenn Philosophie und Glauben polemisch einander gegenüberstehen, jene auf ihre tieferen Forschungen, diese auf ihren zuverläßigern Ursprung pocht, und der Glaube sich nicht anders zu helfen weiß, als indem er sich die Resultate jener Forschungen aneignct, und deren Erfinder zu seinen Schülern macht. Hiermit hat aber auch die Glaubenslehre aufgehört, sich auf ihre Bestimmung zu beschränken, und ihr richtiges Verhältnis! zu den Hebungen geopfert. Diese Erfahrung hat die jüdische Religion im zweiten oder dritten Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung in ihren beiden Theilen gemacht. Dadurch daß die Nationalität der Israeliten fast gänzlich vernichtet war, sie selbst in den verschiedensten Reichen zerstreut lebten, waren es nicht mehr gleiche natürliche Sitten, welche sie verbanden; sondern ausgeschriebene fest bestimmte Gebote, welche ein loses Band um die allenthalben ver-