Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 9)
- Language
- German
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218 Recensionen. stlmmung um so nöthiger, da ja die sichtbare Einheit einer Glaubensklaffe nur in ihren Ucbungen und Hand, lungen dargestellt wird, und diese allein die eigentlichen Träger und Vermittler des Unsichtbaren sein können. In demselben Momente fangen auch an die Beziehungen der Vorschriften auf den Glaubenstheil unklarer und verworren zu werden; ja was früher so einleuchtend und deutlich gewesen war, daß das kindliche Gemüth des Volkes von selbst es anschaute, wird nun der Gegenstand archäologischer Studien, indem nämlich durch historische Forschungen die Verhältnisse der Confession in sich und. nach Außen aus einer vergangenen Zeit ausgesucht, und durch sie die Ursachen und Gründe für die damaligen praktischen Gebote aufgefunden werden. — Der Glaubenstheil selbst ferner, der wegen seiner oben als nothwendig angedeuteten Beschränkung auf das praktische Interesse immerhin etwas dürftig werden muß, genügt vollkommen, so lange die Kirche in einem abgeschlossenen Leben keine äußern Elemente in sich aufnimmt, und von außen keinen feindlichen Gegner zu bekänipfen hat. Treten ihre Bekenner jedoch aus ihrem engen Kreise heraus, erblicken anderLwo die Früchte, welche nicht auf dem Boden des Offenbarungsglaubens, sondern am Erkenntnißbaume der Philosophie erwachsen sind; da fangen sie an, die Ärmlichkeit ihres Glaubensgebietes an die Fülle und den Reichthum der Spekulation zu halten, und es entsteht ein Gefühl, das mit der zugleich festen Ueberzeugung, daß das von Gott, der Quelle alles Wissens, in Offen, barung mitgetheilte, dennoch alle Forschungen des gebrechlcchen Menschen weit überragen müsse, einen inner» Widerspruch erregt, der sich nach Ausgleichung sehnt.