Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 8)
- Language
- German
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Peter Beer, Leben u. Wirken d. Maimomoes» 217 derlich sein kann, weil sie sonst in ein leeres und sinnloses Thun abzuirren Gefahr laufen. Zur Zeit der Entstehung eines Glaubens sind diese praktischen Vorschriften an und für sich so klar, ihre Beziehungen den zeitlichen und räumlichen Verhältnissen so angemessen, ihre Absicht so deutlich vorliegend, die Weise ihrer Ausführung schon der Art durch ihre bloße Anführung geboten, daß jede weitete Bestimmung und Auseinandersetzung überflüssig und unnütz wird. Hätte Moses z. B. dem Gebote der Beschneidung eine weite ausführliche Anweisung beifügen wollen, wie und in welcher Weise diese Operation nach ihrem ganzen Verlaufe vollendet werden solle; so würde er seinen Israeliten nur dasjenige mitgetheilt haben, was sic täglich zu üben gewohnt waren, was längst bei ihnen als verbreitete Sitte galt. Es bedurfte nur der Ermahnung überhaupt, alles Andre konnte er ihnen überlassen. Erst wenn die zeitlichen und räumlichen Verhältnisse eine bedeutende Aenderung erfahren, wenn mit ihnen auch die Sitten und Gewohnheiten sich umgeftalten, wenn überhaupt dasjenige, was mit dem Volke innig verwebt und verschlungen fvrtlebte, anfängt, äus der Wirklichkeit zu verschwinden, und die gebotene Handlung eben recht zum Gebote, d. h. zu einer erst dem Glaubensbuche zü entnehmenden Norm wird; dann kömmt die Zeit, wo die üblichen Besonderheiten ausgezeichnet, die einzelnen Anweisungen zur Vorschrift hinzugesetzt, die innern Beziehungen im Gedächtnisse aufgefrischt werden müssen. Strebt nun auch der Glaube zu einer gewissen äußern Einheit in seinen Bekennern —> und dies ist ein Bedürfniß für jede Kirche, die ihrem Verfalle Vorbeugen möchte; so wird eine solche genaue und ins Einzelne gehende Be-