Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 6)
- Language
- German
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Peter Beer, Leben u. Wirken d« Maimonides. 215 seines Mischneh-Thorah gegeben, und zwar, wie wir sagen würden, weil er den Rabbinen Sand in die Augen streuen und seinen Ruf der Orthodoxie erhalten wollte. Er hat dieses Werk gleichsam als eine falsche Schildwache vorausgeschickt, damit er in seinem Moreh das Verschwörungsgeschäft um so verkappter beenden könne! Und doch enthalt der Mischneh Thorah in seinen zwei ersten Abschnitten den ganzen Inhalt dieses Moreh in nnos (S. 16)! So hatte Venn dieser Vorposten demnach den ganzen Operationsplan in der Tasche; ihn hat nun Abraham ben David überfallen! das ärgert Herrn B.!—> Lassen wir jedoch derlei auf sich beruhen. Minder ruhig aber können wir es ertragen, wenn irgendwo in dieser Fehde böswilliger Neid als Veranlassung eingeschwärzt werde» soll. So weit wir die jüdische Literatur der Rabbinen, besonders in ihren Briefen und Rechlsgutachten zu überblicken vermögen, müssen wir bekennen, daß sich allenthalben nur ein reines Interesse für Wahrheit, eine begeisterte Liebe für den Glauben, harter Tadel der Lüge und ernste Rüge der Heterodoxie beurkundet; es mögen sich manchmal in ihr Auswüchse aus eingewurzelten Vorurtheilen erzeugt haben, es mag Befangenheit und Einseitigkeit in ihren Schriften herrschen; aber von Bosheit, Neid, arger Leidenschaftlichkeit sind gewiß keine Schriften so rein, als die der Rabbinen. Sie sind darum jedenfalls höchst ehrwürdige Reste der Vergangenheit, welche uns beweisen, daß unsre Vorfahren trotz so manchem Geistesdrucke sich ein reines Herz zu erhalten verstanden. Und so war es bei dem Kampfe, der sich durch die maimonidischcn Ansichten entspann. Nie waren es die Personen, sondern die Meinungen, welche sich be-