Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 2)
- Language
- German
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Peter Beer, Leben u. Wirken d. Maimonides. 211 ner der Biograph. Er, der statt Massen zu überblicken, immer sein Auge auf eine Persönlichkeit heftet, der statt großartige Risse zu entwerfen, nur individuelle Züge sammelt, statt den vollen Schlagen der Zeitenuhr zu lauschen, stille die einfachen Pulsschläge eines menschlichen Herzens zählet; er wird leicht einseitig, gewinnt die den Strichen seinesMalerpinsels sitzende Person allmälig lieb, und kann so oft in eine widrige Vorliebe für sie verfall len, die für andre Erscheinungen unempfindlich oder gegen sie ungerecht macht. Da ferner nur ausgezeichnete Persönlichkeiten eigne Beschreibungen verdienen, diese aber meistens die Träger von neuen mannichfach im Streite befangenen Ideen sind, so ist es eine sehr natürliche Folge, daß diese Vorliebe vom Individuum auf die von ihm getragenen Ideen überspringt, und so gegen die mit Beiden streitende Mitwelt ein schädliches und verkehrtes Vorurtheil erzeugt. Hat man nun vollends die Biographie anfangs wegen der von der Person durchgeführten Ansichten, und weil man sie mit Liebe theilt, unternommen; so verbinden sich immer mehr Ursachen, eine einseitige und vorurtheilsvolle Schilderung zu gestalten.— Alle diese Gründe sind bei Herrn B. zusammengetreten, und haben allerdings auch ihn bei der Zeichnung unsers Maimonides zum Theile von dem richtigen Gesichtspunkte abgelenkt. Das Streben, zwischen Glauben und Wissen eine höhere Einigung zu gewinnen, das sich unumwunden in so vielen maimonidischm Schriften ausspricht, hat Herr B. zu einer Verachtung des Rabbinismus gesteigert, und so seiner eignen Ansicht so nahe als möglich gebracht; dagegen aber auch die Kluft zwischen M. und seinen