Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929021-2929024-2929308--0281-2929428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
210 Recenfionen. 6. Prag. In der Sornmerschen Buchdruckerei. Leben und Wirken des Rabbi Moses benMaimon u.s.w. von Peter Beer. D r i t t e r A r t i k e l. Ueberall, im Gebiete der Natur wie des Geistes, wird das rege Leben erst durch Gegensätze befördert. Der Kampf ist das wahre Element des Menschen, so wie der Menschheit. Ruhe erzeugt Stagnation, Erschlaffung und tövtet die Kraft; Bewegung weckt den Geist, belebt und ruft zur Thätigkeit auf. Darum schaffen die Menschen sich nicht die Zeit, sondern die Zeit schaffet sich die Menschen. Darum wo mehr Ruhe als unter dem Sccpter von Selbstherrschern, wo mehr Bewegung als unter dem Walten milder Freiheit? Der Geschichtschreiber traure darum nicht, wo er feindliche Ansichten im Streite, schroffe Elemente im Kampfe sieht; denn hier ist sein Feld, hier wachsen kräftige Halme, und versteht er das Aernten, so wird er treffliche Früchte sammeln. Er hüte sich wohl, für die eine Ansicht partheiisch, der andern alles Licht zu entziehen, sie unmotivirt als Werk der Finsterniß hinzustellen; er stellt sich sonst zwischen die Handlung, verdeckt durch seine Persönlichkeit dem Zuschauer die Scene, und maßt sich eine Entscheidung an, die nur der höchsten Richterin hierin, der Zeit, gehört. Die Liebe zu einer großen Idee, und eben darum die Vernachlässigung alles ihr Entgegenstehenden, die Neigung zu einer Zeit, die Zurücksetzung der andern hat gar oft schon den Blick für die Auffassung getrübt und ein unter den besten Auspicien begonnenes Werk zerstört. Was dem Geschichtschreiber begegnen kann, vermeidet noch selt-