Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 23)
- Language
- German
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Rapoports Biographien. SaadiaS. 191 schicke handhabt, die ihm aber namentlich zur Bekämpfung andrer positiven Glaubensparteien, wie der Christen, dienen soll. Bloß einige von ihr angenommene Heischsatze, die schon fast ins Leben des Volkes eingedrungen waren, und durch Widersprüche in der Bibel selbst nothwcndig gewordene Beschränkung einer Stelle, vermochten ihn, aus dem buchstäblichen Sinne der Bibel herauszutreten, sonst aber blieb dieser die feste Norm, nach der alle Meinungen sich bequemen mußten. Sowie die Natur , drückt er sich aus, uns ihre einzelnen Erscheinungen bietet, es das Geschäft des Forschers ist, aus diesen sich die allgemeinen Gesetze abzuleiten, er aber nicht diese nach eigner Denkweise aufstellen und jene danach modeln darf: ssö auch muß der Gläubige die einzelnen Bestimmungen der Offenbarungen zusammenfassen, um aus ihnen eine Glaubenslehre sich zu entwickeln, nicht aber diese aufstellcn und jene danach modificiren wollen. Daher stellt er für seine Meinungen auch stets seine Beweise aus Vernunft, Schrift und Tradition auf, daher nimmt er eine Leiblichkeit, über gewissermaßen eine überkörperliche, der Seele an, deren Belohnung und Bestrafung in einem, solchen Wesen gemäßen, Paradiese und einer denselben ebenfalls angemessenen Hölle gelehrt wird. Wie sehr er durch dieses ganze Verfahren von den übrigen jüdischen Philosophen abweichtwird der Kundige selbst erkennen. Eine Vergleichung mit dem sehr ähnlichen christlichen Kirchenvater Tertullian würde uns hier zu weit führen, könnte aber viel zu einer klaren Erkenntniß beitragen. Ein andrer vermißter Punkt ist der, warum Saadias in seinem Kampfe gegen andre Glaubensparteien 14 «