Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 24)
- Language
- German
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192 R e c e. n s i o n e n. vorzüglich die Christen im Auge hat. Dafür aber scheint ein geschichtlicher und ein philosophischer Grund angegeben werden zu können. Der geschichtliche, daß etwa Saadias am meisten unter Christen gelebt oder (wie der Verfasser in einem Briefe an mich glaubt) die Furcht vor der mohammedanischen Regierung ihn von der offnen Bekämpfung mohammedanischen Glaubens zurückgehalten hat. Der philosophische, vollkommen genügende (wie auch der Verfasser a. a. O. mit mir übereinstimmt) ist aber der, daß Saadias' Hauptkampf gegen Glaubensmeinungen gerichtet ist, in denen die Mohammedaner, abgesehn von dem Prophetenthume Mohammed's, von Juden sich fast nicht unterscheiden, wahrend die Christen Grundabweichungcn haben. Auf diese Weise glauben wir daher bei dieser schätzenswerthen Arbeit, die aber die schwächste der anzuzeigendcn Biographien ist, vorzüglich tadeln zu müssen, daß uns kein klares Charakterbild geboten wird, und wollten hiedurch blos den ehrwürdigen Hrn. Verfasser ersuchen, daß er mit seiner Gründlichkeit und Vielseitigkeit bei einer Herausgabe seines größer» Werkes, dem diese wohl einverleibt würde, diesen Mängeln begegne, aber auch zugleich zeigen, wie Saadias' Persönlichkeit und Wirken eine ausführlichere Behandlung verdient, die wir hoffentlich bald von einem wackern Freunde erhalten werden. Dies mag die Ausführlichkeit, die wir diesem Theile unsers Berichts gewidmet haben, entschuldigen; bei den andern Biographien haben wir fast blos auf die Gediegenheit der Leistungen aufmerksam zu machen. (Schluß folgt.) G.