Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 12)
- Language
- German
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180 Recensivnen. Darstellung, wahrend es uns grade das Hauptmoment zu seyn scheint. Denn es bietet die bürgerliche Geschichte der Juden in dieser Epoche, solange sie noch ein Volk bildeten, bloß das widrige Bild einer erhabenen schwachen Herrscherfamilke (die Makkabäer), eines auf diese gepropften ausländischen, ganz allen Wünschen des Volkes entgegenstrebenden Stammes (die Herodäer) und namentlich des ohnmächtigen Kampfes desselben mit dem Alles verschlingenden römischen Reiche, wo freilich uns wieder eine nie geahnte Kraft und ein Heldenmuth entgegentritt, der vielleicht gesiegt haben würde, wenn nicht die, durch die entarteten Herrscher genährte, innre Zerrissenheit alle Maßregeln vereitelt hätte. Mit der Zerstörung des Tempels aber ist die ganze äußere Geschichte nur eine Reihe von Elend und den ausgesuchtesten Drangsalen, die die Brust zusammenschnüren können, die zuweilen wohl von ruhigen Momenten unterbrochen werden- und deren völlige Beendigung leider bis setzt noch immer bloße Hoffnungen sind, deren Erfüllung aber noch immer in eine ungewisse Zukunft verschoben ist. In solchen Bildern wohnt nicht der Geist der Geschichte, da kommt der Moderduft eines Leichenfeloes uns entgegen und der versengende Sirocco eines alle Schranken durchbrechenden Fanatismus, der nur noch von der Engherzigkeit, die nun seine Stelle eingenommen hat, zu Ehren gebracht wird. Da geht kein vernünftiges Entwickelungsprincip durch; man sollte glauben, es sei eine christliche Bluttheorie, die ein Maler in einem Schaudergemalve Ln starrer Unveränderlichkeit uns dargestellt habe; welcher Boden wäre hier für den Geschichtschreiber? Damit sollen freilich nicht diese Darstellungen ganz abgewiesen werden;