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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1835-01-01 · Heft 2 · p. Seite 176

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1835
Issue
Heft 2
Article
Jüdische Geschichte [Rezension]
Date
1835-01-01
Page
Seite 176 (sequence 8)
Language
German
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176 R e c e n s i o n e n. hierauf antwortet, nicht Irreligiosität, sondern gegenseitige Zwietracht habe diese Katastrophe herbeigeführt, so wird er von einer sehr richtigen Ahnung hiebei geleitet. Nicht religiöse Sündhaftigkeit, sondern bürgerliche Mängel, die freilich auch von der Religion verpönt wurden, brachten die Auflösung der geschlossenen Volksthümlichkeit hervor, und so war vaher schon in der Mitte des zweiten Tempels Glaubensgemeinde und Volk, obgleich in eine Person sich vereinigend, getrennt, und als dieses aufhörte, dauerte jene unerschüttert fort. —- Wenn ferner in der ersten Periode die Ausbilvung eines religiösen Geistes, bis er in bestimmten Formen durch das ganze Volksleben hindurch sich kund giebt, nachzuweisen ist, so beginnt die zweite mit einer vollständig ausgeprägten Religion, die sehr bald ein Palladium wird der Gedrükten, die ein unsichtbares Band bildet, das alle zerstreuten Glieder umschlingt, eine Religion, die nun nicht mehr in absoluter Weichheit alle möglichen Formen annimmt, nicht mehr in einigen wenigen erhebenden Gefühlen ruht, sondern eine ganz entschieden eigenthümliche Gestalt hat, die eine jede Vermischung kräftig ablehnt; wenn die erste Periode nur solche literarische Erzeugnisse vor sich hat, in denen der Glaube nicht speculative Wissenschaft ist, sondern die erhabenste Gluth des dichterischen Gefühles, welches in seiner Unbestimmtheit mannichfache Auffassungen zulaßt, so tritt nun ein Geist der Spekulation in die Religion, die mit der sorgfältigsten, mühevollsten Kunst Satz auf Satz und Gesetz auf Gesetz häufet. Wenn nun der Zweck der Geschichte ein doppelter ist, zuerst die Menschheit in ihrer Entwickelung kennen zu lernen, d. h. das Bestreben eine jede

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