Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1835
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 7)
- Language
- German
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Jüdische Geschichte. 175 Kämpfe, in die rin Volk mit andern verwickelt wird, als vielmehr seine innere, religiöse, sittliche und intellektuelle Ausbildung betrachtet, sich auch dieser Geschichte bemächtigt. Ganz andre Punkte bietet uns die nun folgende Geschichte. Bis jetzt war der Staat in engem Verbände mit dem Glauben und selbst die kurze Zeit des Erkles war eine Zeit, in welcher beide ihrer Erlösung harrten im Hinblicke auf Jerusalem und seinen Tempel; von nun aber fallen beide aus einander, denn selbst solange noch der zweite Tempel stand, hielt das Staatsleben mit hem Synagogcnleben nicht gleichen Schritt; jenes erstarkte oder sank, je nach der Kraft des Herrschers und der äußeren Umstande, dieses aber gewann immer mehr Bestand und wurde so abgetrennt von allen bürgerlichen Verhältnissen, daß sich verschiedene Glaubenspartheien geltend machten, die in ihren Staatspflichten ganz gleiche Ansichten hatten, und so geht dieser Zeitabschnitt in ununterbrochener fortlaufender Reihe mit der Epoche, wo wiederum der Tempel zerstört und das Land von seinen ehemaligen Bewohnern verlassen werden mußte. Es ist eben die Grundidee, die sich von jenem Abschnitte an bis auf unsre Tage hindurchringt, wenn sie auch oft nicht erkannt wurde, die Lostrennung jüdischen Glaubens von allen äußern staatlichen Verhältnissen, so daß jener völlig frei und selbstständig sein Dasein zu erhalten vermöge. Wenn der Talmud an einer Stelle verwundernd die Frage aufwirft, da doch anerkannt sei, daß das erste Eril durch die religiöse Ungebundenheit des Volkes verschuldet worden, wie denn das zweite, vor welchem die strengste Anhänglichkeit am Glauben sich gezeigt habe, dennoch gerechtfertigt werden könne, und 13 *